Un dia de mi vida

16,00 

Ganze Alben mit Bandoneon ohne Begleitung sind selten. UN DIA DE MI VIDA ist bereits LUIS DI MATTEOS zweite CD mit Stücken für Bandoneon solo. In diesen Kompositionen gelingt es ihm, ein eigenes musikalisches Universum vorzustellen, in dem er fast so etwas wie ein Kapellmeister (ist), und seine im Kasten versteckte Combo ein Welt-Orchester.

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Beschreibung

Einer der letzten großen Meister des Bandoneons vom Rio de la Plata

Nach dem Tod Astor Piazzollas ist ein Revival des konzertanten Tangos unübersehbar: Musiker wie Gidon Kremer, das Kronos Quartet oder Daniel Barenboim spielen Tango Nuevo Kompositionen. Zu Recht verlieh die Süddeutsche Zeitung LUIS DI MATTEO als Vorreiter dieser Welle ‚die goldene Palme‘, weil er als einziger „abseits von Piazzolla seinen ganz eigenen Stil entwickelt“ hat.

Der in Montevideo lebende Komponist DI MATTEO gehört der zu den letzten großen südamerikanischen Bandoneon-Virtuosen seiner Generation. Unter ihnen ist er derjenige, der die Bandoneonmusik am weitesten in Richtung E-Musik, insbesondere in Richtung Kammermusik entwickelt hat. Sein musikalisches Lebenswerk zeigt von Anfang an eine beeindruckende Eigenständigkeit, die in seinen Kompositionen und Arrangements Ausdruck findet, aber auch bei seinen Auftritten deutlich wird.

LUIS DI MATTEO, der als Einflüsse neben der traditonellen südamerikanischen Musik die Klassik bis hin zur klassischen Moderne nennt, öffnet uns mit seinen Kompositionen die Augen für einen neuen Blick auf die Ausdrucksmöglichkeiten des Bandoneons. In seinen Solokonzerten hingegen gewinnt sein Spiel den Charakter eines ganzen Orchesters.

Ein besonderer Schwerpunkt LUIS DI MATTEOS ist seine Arbeit als Solist. In seinen Solokonzerten konzentriert er seine musikalischen Ideen, so daß z. B. Die Woche schrieb: „Luis Di Matteo, der Solist, war fast so etwas wie ein Kapellmeister, und seine im Kasten versteckte Combo ein Welt-Orchester.“

„Un Dia De Mi Vida“ (Ein Tag in meinem Leben)

„Seit 1983, als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam, bin ich verschiedene Wege gegangen: Sowohl musikalisch als auch sonst: Quintette, Quartette, Bandoneonsolos, Streichorchester mit Bandoneon, dieses alte Projekt Bandoneon und ein Streichquartett, das sich schließlich in ein Quintett mit einem zusätzlichen Kontrabaß verwandelte; verschiedene Wege auch hinsichtlich der Diskografie (Plattenaufnahmen) sowie Art und Längen von Tourneen.

Ich habe schon 10 Jahre keine Soloplatte aufgenommen, obwohl ich seither viele Solotouren unternommen habe!

Diese Disziplin hat mir nicht nur den Erfolg beim Publikum, sondern auch die einmütige Unterstützung der Fachkritik eingebracht, und zwar so sehr, daß in den letzten Jahren das Echo noch größer war, nachdem ich in Sälen auftrat, wo normalerweise ausschließlich Klassik aufgeführt wird. Einige Kritiker katalogisieren meine Musik unter E-Musik.“

„Canaditas“ (Bächlein)

„Dieses Stück wurde März 1988 komponiert. Im Sommer jenes Jahres waren wir auf einem üblichen Ausflug durch die uruguayische Landschaft und unser Sohn Leonardo hatte zu jener Zeit die leidenschaftliche Gewohnheit, sich mit uns an einem kleinen Bach niederzulassen, wo er und unsere Tochter Katya spielten und badeten, während meine Frau und ich das übliche Rindfleisch grillten und den Sommer in voller Natur genossen. Eine einfache Geschichte um eine kleine Erinnerung an einige unserer Erlebnisse in unserem Land festzuhalten.“

„Un Dia De Mi Vida“ (Ein Tag in meinem Leben)

„Komponiert im April 1997 in einer sehr spontanen Form, mit vielen Wechseln im Rhytmus, Klängen und Farben, die es zu meinem Lieblingsstück machen. Es ist fast ohne Überlegung geschrieben, wie irgendein Tag in meinem Leben, meinem Haus und meinem Viertel.

Seine Sätze sind:

Aufwachen, Recken, Matetee trinken, Gebet, Bandoneon, Spaziergang, Meditation (Nachsinnen, Andacht, Nachdenken), Arbeit (Studium), Komponieren, Mittagessen, Diskussion, Komposition, Matetrinken an der Tür, Gespräch mit Nachbarn, Abendessen, Fernsehen, Rückkehr zur Ruhe (Schlafengehen).“

„Vuelvo a mis raices“ (Ich kehre zurück zu meinen Wurzeln)

„Dieses Stück im Milongarhytmus finde ich wunderschön aus melodischer und rhythmischer Sicht. Es wurde 1983 komponiert und bedeutet mir sehr viel, denn zusammen mit „Por dentro de mi“ aus dem selben Jahr sind beide ein Spiegel meiner Aufregung, als mir im Januar jenes Jahres zum ersten Mal der Vorschlag gemacht wurde, nach Deutschland zu reisen, um dort eine Tournee zusammen mit einem Quintett zu machen. Dieses würde ich bei meiner Ankunft dort mit lokalen Musikern bilden. Dies war meine erste große Erfahrung in Europa und in diesem Land, wo man überall Musik atmet.“

„Eximius“ (Befreiung)

„Diese Fantasie komponierte ich in einer Periode von Depressionen, die mich einige Zeit verfolgten. Doch in einigen fragmenten erscheinen Hoffnung und Freude darüber, daß alles wieder in Ordnung kommen wird. Das Werk endet in einer triumphierenden Stimmung. Diese ist motiviert durch die Ankündigung einer neuen Zeit, die eine Situation beenden wird, welche ich hoffentlich nicht wieder erleben werde.

Trotz der schlichten Erzählung muß ich sagen, daß meine Musik auf keinen Fall vor hat, deskriptiv zu sein.“

„Tristeza a las 7 y 20“ (Traurigkeit/Tristesse um 7.20 Uhr)

„Ein kurzes Stück, ein Hauch von Sehnsucht und ein wenig dramatisch. Es ist auch von 1983. Es ist geeignet für jene Augenblicke, in denen man gerade zum ersten mal einer schwer zu ‚verdauenden‘ Musik zugehört hat.“

„Sur anarquico“ (Anarchischer Süden – Suite -)

„Für mich, als Bewohner dieses gesegneten Kontinents hat Südamerika, wie jede Gesellschaft, Tugenden und Fehler. Vielleicht sind wir Uruguayer, vor allem die Montevideaner, in unserem Verhalten anarchischer als andere Menschen. Uns regieren Gesetze, die wir achten und befolgen. Wir haben gelernt, bescheiden, diskret und respektvoll zu sein. Wie alle verbindet uns die Gesellschaft. Doch manchmal vergessen wir Gesetz und Ordnung und verletzen es, z. B. in der Art uns zu kleiden, zu gehen oder uns zu kämmen und widersetzen uns der Gesellschaft und dem Gesetz gegenüber auf anarchische Weise. So ist es auch in der Literatur, der Malerei, der Bildhauerei usw.. Wir haben Beispiele großer universalgültiger Werke, die aus unserem Amerika stammen, welche zu jedem Thema ihre Philosophie und Eigentümlichkeit beigetragen haben. Beispiele sind auch die neuen und alten Tangos und die melodisch und rhythmisch kreative Musik Brasiliens. Nun, es würde lange dauern, sich an alle ‚Anarchisten‘ dieses Erdteils zu erinnern. Ich bin auch ein Anarchist, indem ich Musik komponiere, ohne ihre Regel zu beachten. Obwohl (naja), die Grundregeln schon, neben anderen Dingen… Gottseidank!

Und… wie schon jemand bemerkte: ‚Der Süden ist auch da‘.“

„Pieza 44“ (Stück 44)

„Das ist auch ein kurzes Stück. Es ist musikalisch und vom Ausdruck her (expressiv) besonders wichtig. Es erinnert mich wegen seiner kleinen Struktur, an meine ersten Stücke aus den 80er Jahren. Es besitzt ein auffälliges Ende im 6/8-Takt, welche demselben Vitalität und Dramatik verleiht. Letzteres geschieht durch die Beständigkeit des Orgelpunktes in C, der die herrschende Tonalität bestimmt.“

„Un dia exuberante de musica“ (Ein Tag voller Musik/Ein Tag mit üppiger Musik)

„Es entstand 1988 an einem Abend, den ich mit meiner Tochter Katya in meinem Arbeitszimmer verbrachte und an dem wir über Musik sprachen und sehr fröhlich waren. Ich improvisierte auf dem Bandoneon und schrieb einige Teile, die ich dann ausprobierte (indem ich sie spielte). Meine Tochter sagte mir ihre Meinung darüber, während ich weiterspielte und wegen der besonderen Situation lachte, in der wir uns befanden. Es war für uns beide ein unvergesslicher Abend und so, zwischen Lachen und Musik, entstand dieses Stück.“

„Soham“

„Vor einigen Jahren erzählte mir eine Freundin, eine Journalistin und Dichterin aus Montevideo, einiges über Sitten in Indien. Unter den vielen von ihr erzählten Themen, fiel ein Wort, das meine Aufmerksamkeit erregte – das indische Wort „Soham“, das auf deutsch „Ich bin er“ bedeutet. Welche Tiefe (wie profund!)!. Soham ist eine für mein Repertoire etwas untypische Fantasie, denn dort mache ich von Timbre, Harmonien und Rhythmen Gebrauch, die ich früher wenig benutzt hatte.“

„Suite No. IV“ (Suite Nr. IV)

„Sie gehört zu einer Dreiergruppe, der 4., 5. und 6., die für Bandoneon solo komponiert wurden. Die 4. ist für mich die interessanteste.

Ihr erster Teil ist in einem lebhaften Tempo, dem eine Habanera (eine Vorläuferin des Tango) folgt, die im Verlauf des Werkes als Variation weiterentwickelt wird. Das Ende ist, wie gewohnt, im schnellen Tempo und von brillanter Virtuosität.“

„Quinteto para cuerdes No. 2 – 1997“ (Streichquintett Nr. 2)

„Außer seiner Nummer ist noch das Jahr angegeben. Das hat den Grund, weil das Jahr 1997 mir neuen Genuß in meinem Musikleben brachte. Meine Tournee von Februar und März wurde nach Prag erweitert, wo der Erfolg bedeutend war. Dasselbe geschah in Deutschland, wo dem Publikumserfolg sich auch die Kritik anschloß, die in ihrer Mehrheit sagte: „Di Matteo… E-Musik“. Dazu kam im vergangenen November das alte Projekt Bandoneon und Streichquintett mit einer Tournee durch Deutschland. Schließlich die Uraufführung dieses Quintetts, das besonders für diese Gelegenheit geschrieben wurde, das mich auf einen neuen musikalischen Weg führt und mich so ermutigt, in meiner kompositorischen Arbeit weiterzugehen.

In diesem Werk kann man Elemente des Tango, der Milonga und des Candombe erkennen, die ihm Momente der Lyrik und Gewaltigkeit (Erhabenheit, Großartigkeit, Herrlichkeit) verleihen, so daß es unter anderen Möglichkeiten zum Tanzen einlädt und auch – warum nicht – zur Meditation.“

„Es gäbe noch viel mehr über diese Platte (CD, Arbeit) und jede der Kompositionen hinzuzufügen. Ich ziehe es vor, daß der Hörer selbst in der Musik wählt (sucht) und daraus seine eigenen Schlüsse zieht.“

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