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The Seven Deadly Sins

The Seven Deadly Sins

16,00 

Diese Band ist wahrhaftig gut geerdet, denn hier dominieren Töne, die aus den tiefsten Tiefen der Erde zu kommen scheinen. 

Beschreibung

Im Bann der tiefen Töne

Diese Band ist wahrhaftig gut geerdet, denn hier dominieren Töne, die aus den tiefsten Tiefen der Erde zu kommen scheinen. Earth Tones Ensemble hat Joseph Daley wohl deshalb seine Bigband genannt. Der Klang von Erdfarben („Earthcolours“) hat ihn interessiert, deshalb gibt es die vielen Instrumente im tiefsten Bassbereich, die er stellenweise ganz bewusst so tief als eben möglich blasen lässt. „Ich wollte die Klangfarben dieser tiefen und tiefsten Instrumente zum Zentrum meiner Komposition machen, und ich wollte, dass die anderen Instrumente auf diesen tiefen Klängen ruhen können“, erläutert Joe Daley.

Joseph Daley ist selbst ein Tieftöner, es bläst Baritonhorn, Euphonium, Posaune und Tuba, und der New Yorker kennt all die anderen Bläser der Bassinstrumente, hat mit ihnen gespielt, ist mit ihnen auf Tournee oder im Studio gewesen. Als er zu diesem ungewöhnlichen Projekt Earth Tones Ensemble rief, sind sie alle gekommen: Howard Johnson, Scott Robinson, Earl McIntyre, Bob Stewart, und sie blasen selten zu sehende und zu hörende Bassgiganten wie die Kontrabassklarinette, Kontrabasssaxophon und Sarrusophon, ein von dem Franzosen Pierre-Auguste Sarrus im 19. Jahrhundert entwickeltes Bassinstrument, das dem Saxophon verwandt ist. Allein das Aussehen dieser Riesen ist beeindruckend, ihr Sound nicht weniger, so dass Tuba, Euphonium und Bassposaune beinahe schon niedlich und klein wirken.

Aber nicht nur die erste Garde der Tieftöner ist Joe Daley ins Studio gefolgt, auch die Namen der übrigen Musiker von Marty Ehrlich über Lou Soloff, Stanton Davis, Gary Valente und Vincent Chancey, um nur einige herauszugreifen, lesen sich wie ein „Who is Who“ des US-Jazz. Eine wirklich illustre 25köpfige Bigband hat Joseph Daley für seine Kompositionen zusammengetrommelt, zu der noch weitere vier Gäste kommen. Überdies spielt der Komponist selber hier und da mit. Und so hat er ein fabelhafte Mannschaft zur Verfügung, von der er sagt: „Ich wollte Instrumentalstimmen, die einzigartig sind, aber eben auch von starker spiritueller Erhabenheit.“ Es sind durchweg Musiker die Daley bestens kennt, deren spezielle Spielweise und Technik ihm vertraut ist, so dass er ihnen seine Musik regelrecht auf den Leib schreiben konnte, und das hört man in jeder Note. Dabei hat Joe Daley zwar auch interessiert, dass es hervorragende Musiker sind, mehr noch aber „dass sie erstklassige Hörer sind“, die den anderen zuhören, und daraus musikalische Schlussfolgerungen ziehen.

Wer aber ist eigentlich Joseph Daley? Viele Jazzfans dürften die eine oder andere Platte besitzen, auf der Joe Daley für die Bass-Basis sorgt. Der 1949 in Harlem geborene und an der Manhattan School of Music ausgebildete Musiker hat vom Gil Evans Orchestra über die Carla Bley Band bis zu Charlie Hadens Liberation Orchestra seit den frühen siebziger Jahren in den stilbildenden Großformationen gespielt. Eine seine ersten Stationen war die Brass-Sektion in Taj Mahals Band, in der er mit Howard Johnson, Bob Stewart und Earl McIntyre für den gewichtigen Bass-Groove verantwortlich war, und woraus letztlich auch Howard Johnsons Tieftöner-Kapelle Gravity entstand. Der hat Joe Daley natürlich ebenfalls angehört. Eine große Zahl weiterer erster Jazz-Adressen ließe sich noch hinzufügen.

Aktuell bläst Daley Tuba bei einer der interessantesten New Yorker Bands, bei Hazmat Modine, einer Band, die stilistisch schwer zuzuordnen ist, weil sie Blues, Klezmer, Balkanbeats, Jazz und Rock ungestüm verquirlt. Der Kopf von Hazmat Modine, der Sänger, Gitarrist und Harmonikaspieler Wade Schuman, wiederum ist mitverantwortlich für Joseph Daleys Komposition The Seven Deadly Sins. Wade Schuman ist nämlich nicht nur Musiker sondern vor allen Dingen bildender Künstler und er hat einen Zyklus über die sieben Todsünden gemalt, den Daley nun in Töne übersetzt hat.

Joseph Daley zweite Komposition Ballade of the fallen African Warrior erinnert im Titel ein wenig an das Album „The Ballad of the Fallen“ vom Liberation Music Orchestra aus dem Jahr 1983, greift aber musikalisch nicht darauf zurück. Joe Daley hat es in Erinnerung an seinen toten Bruder Winston geschrieben.

Die Zeit schreibt: „Je weiter die Töne in die Tiefe hinabsteigen, desto mehr verdunkelt sich ihr Klang. Immer stärker treten unbestimmbare Schwingungen hervor, bis man irgendwann das Gefühl hat, es sei der ganze Boden, die ganze Erde, die zu vibrieren beginnt. Joseph Daley ist seit langen Jahren ein Spezialist für die tiefen Töne, in den Bands von Gil Evans oder Carla Bley oder in der New Yorker Band Hazmat Modine spielt er Baritonhorn, Euphonium, Posaune und Tuba. Alles weit unten. Mit The Seven Deadly Sins, seiner Komposition für das Earth Tones Ensemble, eine mit Kontrabassklarinette, Kontrabasssaxofon, Bassposaune und bis zu fünf Tuben etwas eigentümlich besetzte Big Band, erfüllt er sich einen Traum. Im direkten Bodenkontakt breitet er ein satt vibrierendes Panorama der Sünde aus: Neid, Geiz, Völlerei, Hochmut, Wollust, Zorn, Trägheit des Herzens – ein passendes Laster für jede Stimmung. In den Höhenlagen ist dann alles möglich: Sowohl im differenzierten Satzspiel wie auch als Solisten loten Daleys Mitstreiter die Möglichkeiten ihrer Musik mit hörbarer Lust aus. Das Earth Tone Ensemble inszeniert das Genre Big Band als panoramatischen Blick von seinen Anfängen als Streetband bis zu den Ekstasen des Free Jazz. Ein Sündenpfuhl, der gar nicht so lasterhaft klingt.

Journal Frankfurt mit 5 von 5 Quadraten: „Keine Kurt Weill-Adaption, sondern eine von Bildern seines Kollegen Wade Shuman inspirierte Jazz-Suite hat der Tubist der etwas anderen New Yorker Bluesband Hazmat Modine, Joseph Daley, hier faszinierend umgesetzt. Als passionierter Tieftöner verordnete er seinem Earth Tones Ensemble besonders Geerdetes und featurert Instrumente wie Euphonium, Sarrusophone und Kontrabass-Klarinette. So entsteht eine Bigband-Musik mit außergewöhnlichem Klangkonzept, die bei aller Power auch subtile Momente à la Gil Evans favorisiert und sich auch Ausflüge nach Afrika gönnt.

This trailer to the film by Robert O’Haire & Jeff Burns shows the making-of  of „The Seven Deadly Sins“ album by Joe Daley.

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