Beschreibung


KREUZWEGSTATIONEN II
Philharmonisches Jazz-Kammerorchester (Ltg. H.Beckmann)
Don Camillo Chor (Ltg. Matthias Seitz)
Moderne Passionsmusik für großes Ensemble und Chor, Musik von Hannes Beckmann im Wechsel mit lyrischen Texten von Susanne Breit-Keßler zu Bildprojektionen von Cäsar W. Radetzky

Der Komponist und Geiger Hannes Beckmann hat in einem mehrjährigen Schaffensprozess seine Kreuzwegstationen zu dem vom Maler Cäsar W. Radetzky geschaffenen Kreuzweg reifen lassen. Es erklingt in diesem Zusammenhang eine neue „musica sacra“, die westliche Tradition und osteuropäische wie orientalische Musikelemente mit meditativer Ruhe verbindet. So entsteht eine Betrachtung, die jenseits kirchlicher Liturgie den Bogen spannt von den historischen Kreuzwegstationen bis zu aktuellen politischen  Ereignissen.

Diese verinnerlichte Musik in Zusammenhang mit religiösen, biblischen Reflexionen findet ihren Weg in die Herzen und Seelen. In ihrer rhythmischen Lebendigkeit und den ergreifenden Melodien entstehen Mut und Hoffnung aus dem Leiden.

Mit den Jahren wurde das musikalische Werk beständig erweitert. So kamen neue Kompositionen und Arrangements hinzu.
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler brachte lyrische Texte ein. Zu hören, zu lesen und zu sehen auf und im CD+Booklet.

„1998 wurde ich von Künstlerseelsorger Monsignore Ott beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Maler Cäser Radetzky die Musik zu einem Kreuzweg zu schreiben. Der starke Eindruck von Cäsar Radetzkys Kreuzwegbildern und die eigenen Vorstellungen vom Ort des Geschehens trieben mich als Jazz-Musiker und -Komponisten dazu, neue Wege zu gehen. Was ich sah, bewegte mich dazu, expressionistisch zu arbeiten. Es sollte weniger eine ausschließlich kontemplative, formlose und freie, sondern eine aktive, dichte – eine expressionistische – Form der Musik sein.

Anlässlich eines Auftritts bei einem Jazz-Festival in Israel 1999 besuchte ich auch Jerusalem und ging durch die Via Dolorosa. Dieser historische Weg Jesu zu seiner Kreuzigung ist eine sehr enge, äußerst belebte Gasse. Einheimische und Touristen drängen sich in Massen zwischen den dunklen Mauern; es gibt keine Momente der Meditation, der Besinnung, sondern druckvolles Leben und Kommerz. Mein jüdischer Freund sagte mir:
,Glaube nicht, dass die Situation vor 2000 Jahren anders war!‘

Ich sah auf einmal einen Menschen, der verhöhnt, gequält, durch Menschenmassen getrieben wird. Jemand, der ein politisches Problem verkörpert. Als Mensch ist er einsam, als Mensch leidet er unter Schmerzen, Erschöpfung und Erniedrigung, deren brutales Zeichen die Dornenkrone ist. Als Gottes Sohn aber ist er derjenige, der sich im Leiden erhöht, der auch in dieser Situation Trost spendet, dessen Aura auch in den schrecklichen Fällen unter dem Kreuz strahlt. Anders, als es nach außen erscheint, ist er der Sieger, seine Idee überlebt. Zurück in München legte ich fast alle geschriebenen Kompositionen zur Seite und schrieb Musik, die großstädtischen ,Groove‘, ,Drive‘ und ,Swing‘ ermöglichte.“ Hannes Beckmann

Die Kreuzwegstationen haben in den Jahren seit der Erstaufnahme Veränderungen erfahren – so wurden zu allen Stücken Bläserarrangements hinzugefügt, und ebenso kamen neue Kompositionen dazu – „Atmen“ nach einer Lungen-OP und „Cantus Mollis“, zunächst als Streichersatz, später mit einem Liedtext für Chor versehen.

Durch die Veränderungen wurde das gesamte Klangbild wuchtiger und orchestraler. Mit den neuen Solisten kamen weitere tonale/klangliche Aspekte hinzu. Die Texte von Susanne Breit-Keßler eröffnen einen neuen meditativen Raum.