Escribo Para Los Angeles

Escribo Para Los Angeles

16,00 

Auf Escibo Para Los Angeles sind Kompositionen LUIS DI MATTEO\’S für Bandoneon und Streichquintett, eingespielt mit Solisten der Sinfonieorchester in Montevideo. 20. Platz der Musikwoche Weltmusikcharts im Januar 1997.

Artikelnummer: 4198-2 Kategorie: Schlüsselworte: , , , ,

Beschreibung

Kammermusikalischer Bandoneonvirtuose aus Montevideo, dem der Brückenschlag vom Tango Nuevo zur Klassik gelingt. „Suite Del Ultimo Bandoneonista“ heisst das Titelstück auf LUIS DI MATTEOS jüngster CD-Produktion Escribo Para Los Angeles für Bandoneon und Streichquintett (JARO 4198-2). In der Tat gehört der in Montevideo lebende LUIS DI MATTEO zu den letzten grossen südamerikanischen Bandoneon-Virtuosen seiner Generation. Unter ihnen ist er derjenige, der die Bandoneonmusik am weitesten in Richtung E-Musik, insbesondere in Richtung Kammermusik entwickelt hat. Sein musikalisches Lebenswerk zeigt von Anfang an eine beeindruckende Eigenständigkeit, die einerseits in seinen Kompositionen Ausdruck findet, aber auch bei seinen Auftritten deutlich wird.

1934 in Montevideo, Uruguay, geboren, erhielt DI MATTEO am dortigen Konservatorium seine musikalische Ausbildung. 1962 gründete er sein erstes eigenes Ensemble und trat 1980 zum ersten Mal in Europa auf. In den Jahren 1983-1986 kooperierte er mit der Musikhochschule Detmold, Deutschland. 1987 schrieb er die Filmmusik für die schwedische Filmproduktion „Black Dawn/Los Duenos del Silencio“. 1990/91 nahm DI MATTEO die Möglichkeit wahr, mit einem Streichorchester zu arbeiten. Im russischen Uljanowsk, dem Geburtsort Lenins, spielte er mit der Kammerbesetzung des Uljanowsk National Symphony Orchestra unter der Leitung von Nicolai Alexejew eigene Kompositionen ein. (CD Produktion 1991: DEL NUEVO CICLO JARO 4155-2). Die Uraufführung seines jüngsten Werkes CONCERTO PARA CONTRABAJO Y ORQUESTA DE CUERDOS (Konzert für Kontrabass und Streichorchester) mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Montevideo fand 1995 in Uruguays Hauptstadt statt. In den vergangen Jahren hat er gelegentlich mit der argentinischen Tango-Sängerin Silvana Deluigi Konzerte gegeben.

1997 stellt LUIS DI MATTEO sein neues Soloprogramm für Bandoneon vor. In den Konzerten setzt er die Tradition des Tango Nuevo fort, sein Solospiel zeigt die grosse Ausdruckskraft dieses Instruments, das seinen Ursprung in Krefeld hatte und am Rio de La Plata Karriere machte. Luis Di Matteo – einer der letzten grossen Bandoneonista Südamerikas.

Band

Luis Di Matteo: Bandoneon; Streichquartett: Julio Levinas (erste Violine), Adrián Varela (zweite Violine), Francisco Schlotthauer (Viola), Victor Adiego (Cello), Carlos Weiske (Contrabass)

Di Matteo spielt das Bandoneon mindestens genauso hinreissend und tempramentvoll wie seine berühmten Kollegen Piazzolla, Saluzzi oder Mosalini.“ (Audio 6/84)

„La Casa de la Calle Minnesota“ / Das Haus in der Minnesotastrasse

„Diese Suite habe ich als Hommage an das Haus in Montevideo geschrieben, in dem meine Frau, meine Kinder und ich leben.

Das Werk besteht aus mehreren Teilen, die unabhängig von einander sind, und basiert auf den Rhythmen Tango, Milonga und Candombe, die im Grunde die Wurzeln meiner Arbeit als Komponist bilden. Trotzdem erscheinen in dieser und einiger meiner anderen Kompositionen 6/8 und 12/8 Takte, wenn es eine musikalische Idee erforderlich macht. Deswegen hat keine meiner Kompositionen eine festgelegte musikalische Richtung. Wenn es sich z. B. manchmal nach Tango anhört, dann liegt das lediglich daran, dass Tango ein Teil meiner musikalischen Bildung ist. Meine Anfänge waren Tango, Milonga und Candombe – danach kam die Musik.

Diese und andere meiner Kompositionen bezeichne ich als Suite, nur um dem Kind einen Namen zu geben. Alles in allem ist es nicht meine Absicht, \’Klassische\‘ Musik zu schreiben. Ich mag die musikalischen Formalismen und Regeln nicht, denen man sich als Musikstudent unterwerfen muss; viel lieber komponiere ich frei. Nur so entsteht eine menschliche Ausdrucksweise, andernfalls entsteht ein Werk für Wissenschaftler.

„La Casa de la Calle Minnesota“ ähnelt in gewisser Weise meinen früheren Kompositionen wie „Del Nuevo Ciclo“, „Sobre la Cumbre“, „Imagen 32“. Hier gelang mir aber eine Musikalität und Diversität an Klangfarben, die ich vorher noch nicht erreicht hatte.

„La Casa de la Calle Minnesota“ wurde 1993 komponiert und ist meiner Frau Quela, meinem Sohn Leonardo und meiner Tochter Katya gewidmet.“

Nimmt man zu den wenigen grossen Bandoneonspielern, die noch in Buenos Aires und Montevideo spielen, etwa vier weitere, die auf internationalem Niveau in Europa auftreten, ist die Liste wirklich sehr kurz.

Aus dieser Situation heraus entstand die Idee, ein Werk zu Ehren des letzten Bandoneonspielers zu schreiben, das Ergebnis einer immer noch währenden Tango-Agonie.

Das Werk beginnt mit einem traurigem Satz in D-moll, wie mit einem Fragezeichen, den die linke Hand im Tango-Rhythmus trägt. Die Idee entwickelt sich dann in verschiedenen Tonmustern und Klangfarben hin zu einem Punkt von wehmütiger Schönheit. Allmählich steigert sich der Rhythmus und erreicht im 57. Takt den Höhepunkt des Tangomotivs mit einer dramatischen Bandoneon-Passage, die von den Streichern unterstützt wird. Im 77. Takt beginnt das Bandoneon einen Candombe-Rhythmus, der 8 Takte dauert bis Cello und Kontrabass und schliesslich die restlichen Streicher hinzukommen. Später wird die Instrumentation dichter und kompakter und wechselt sich mit Solo-Bandoneon-Passagen ab, die zweimal unerwartet hineinbrechen. Im 174. Takt spielen die Streicher 38 Takte allein; diese kurze Passage im 3/4 Takt verleiht der Suite eine geradezu klassische Färbung. Das Bandoneon klingt dann im 213. Takt wieder alleine in einem drohendem Tango-Rhythmus, der heftiger wird, sobald sich die Streicher daran beteiligen. Kurz darauf taucht wieder die freudige Stimmung des 6/8 auf, in der das Werk im Tutti einige der stärksten Momente an Kraft und Virtuosität erreicht.

Später spielt das Bandoneon eine Einleitung im Gegenrhythmus, wodurch ein sehr lebendiger Rhythmus entsteht, um zum Ende in einen Milonga und Candombe-Rhythmus zu münden. Der Schluss ist melodisch und strukturell dicht und farbig.

Jedesmal wenn ich diese Suite höre, denke ich an all die grossen Bandoneon-Spieler, die in den 40er Jahren in den berühmten „Orquestas Tópicas“ gespielt haben.

Die „Suite del Último Bandoneonista“ wurde 1991 in Montevideo geschrieben.

 

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