Probehören bei Musicline. Hier klicken ...Kellerclub nachts um halb drei, durch den das sphärische Intro "Aether I" klingt... Es gibt viele Bilder, mit der man die Soundreise von Moodra beginnen könnte. Atmosphärische Skizzen zwischen Melancholie und Aufbruchstimmung. Herz zerreißende Emotionen und grauer Alltag. Mit ihrem Debutalbum "Cherubs of Love" verschiebt das Berliner Quartett dabei die Koordinaten des Jazz in Richtung Groove. Verhalten und fast schon leise zwar. Doch mit einem Spannungsvermögen, der an den Indierock-Slogan "quiet is the new loud" erinnert. Saxophon, Vibraphon und Bass finden souverän zusammen. Unaufgeregt und cool, ohne dabei auf die Cocktailkirsche zu zielen. 13 (Love-)Songs, die "mood music" neu definieren. "So do you really mean this love to last?" fragt Sängerin Nathalie Claude (Nat) im Auftaktsong "Shiny Stones" und scheint dabei über der filigranen, verhalten gesetzten Instrumentierung ihrer Band zu schweben. Und so genau man auch hinhören mag: Der kickende oder schnarrende Rhythmus eines Schlagzeugs will sich einfach nicht einstellen. (Textautor:Ralf Niemczyk) Weil Moodra, bewusst auf den Einsatz eines Schlagzeugs verzichtet. Die Aussage und dessen Wirkung liegt im Fokus. Der Blick in die Tiefe des Spiegels der Stimmungen. Solch musikalische Umsetzungen sind nur möglich, wenn eine Basis aus Erfahrungskompetenz besteht.
Als Sängerin und Texterin übernimmt Natalie Claude zwar die zentrale Rolle im Team, gleichwohl versteht sich Moodra als "Kollektiv von vier gleich berechtigten Musikern" (Oliver Saar, Roland Neffe und Johannes Gunkel) . So entsteht eine vielfältige Zusammenarbeit, die auf einem gemeinsamen Verständnis des Moodra-Sounds basiert und auf diese Weise werden Moodra zu Soundpionieren der etwas anderen Art. Stilistisch versiert, handwerklich ausgefeilt treibt es sie zu neuen Ufern. Wohin sie die Reise führt? "Ist noch nicht abzusehen" sagt Nat "Selbst über einen Remix von einem unserer Songs haben wir bereits nachgedacht."
Besetzung:
Nathalie Claude- Gesang
Oliver Saar- Alt & Baritonsaxophon
Roland Neffe- Vibraphon & Marimbaphon, Perkussion
Johannes Gunkel- Kontrabass & E-Bass
Besprechung(en):
JAZZTHETIK 03/08: 4 1/2 Sterne – "... , hat die Band bewusst auf ein Schlagzeug verzichtet. Und hat trotzdem Rhythmus und Groove in der Musik. In Songs, deren überwiegend von ihr selbst geschriebenen Texte der Frontfrau Nathalie Claude mit einer packenden Eindringlichkeit singt. Etwa auch Gershwins "But Not For Me”, eine der wenigen Fremdkompositionen dieser Platte, die unheimlich cool und dabei zuglaich doch auch aufregend ist.”
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