Probehören bei Musicline. Hier klicken ...Auch hier beweist Stephan-Max Wirth mit seinem hervorragenden Ensemble, dass er seinem
künstlerisch kompromisslosen Weg treu bleibt, der ein breites Publikum fordert und erreicht.
Am 12. Januar 2007 verstarb Alice Coltrane, Frau von John Coltrane und Pianistin in dessen
letzten Formationen. Nonkonformistisch durchkreuzte sie in den 70er Jahren die klare
männliche Linie der Improvisationskunst, entwickelte die Musik ihres verstorbenen Mannes
und den Jazz insgesamt weiter.
Parallelen zur Musik Alice Coltranes sind bereits auf Stephan-Max Wirths 2004 erschienen
CD „Illumination“ zu hören. Ihr Sound begleitet Wirths musikalischen Weg seit langem und ist
für ihn Inspirationsquelle und Genuss zugleich. „Mein erster Kontakt zu Alice Coltrane ist
über 20 Jahre her. Ich bekam zu Weihnachten “Infinity” von John Coltrane geschenkt. Die
Kraft und Tiefe, die Alice Coltrane durch Ihre Arrangements in der Kombination von “Neuer
Musik” und dem „John Coltrane Quartet“ erzeugt, hat mich damals positiv erschüttert. Hier
wurde der Grundstein für meine Abneigung gegen jede Oberflächlichkeit in der Musik
gelegt.” (S.-M. Wirth)
MULTIPLE PULSE geht jedoch weit über eine übliche „a tribute to –
Platte“ hinaus. Sie ist eine sehr persönliche Hommage an eine Frau, die durch ihren großen
Namen leider auch oft im Schatten ihres Mannes stand. Die Vielfalt und Wandlungsfähigkeit
ihrer Musik können niemals in einem einstündigen Tribute umfasst werden. Mit ihrer
zunächst klassischen Ausbildung, spielte sie später als Pianistin bei Ihrem Mann John
Coltrane mit, instrumentierte erstmals die Harfe im Jazz und entschied sich schließlich für
eine „meditative Musik“ – wenn man so will.
„Aus der Vielfalt ihrer Stücke sind mir ganz besonders drei Kompositionen ans Herz
gewachsen, die ganz subjektiv für mich eine Art Essenz ihrer Musik bilden - kraftvoll,
melancholisch, sensibel, aber auch mit Humor, wie ihre Komposition Los Caballos zeigt, die
auf drei verschiedenen Gangarten der Pferde basiert. Diese Auswahl und meine unter dem
Eindruck der Musik von Alice Coltrane entstandenen Kompositionen stelle ich auf MULTIPLE
PULSE vor. Ganz persönlich widme ich Alice Coltrane das erste Stück: In Pulse. (S.-M.
Wirth)
Wirths entstandene Eigenkompositionen im Gedenken an Alice Coltrane dürften dabei ihrem
Verständnis von Musik, von Geist und Freiheit weit näher sein, als eine bloße
Aneinanderreihung Ihrer bekanntesten Werke: “Musik ist ein multipler Puls, von jedem
anders empfunden und eine Aussage, die jeden Tag eine andere Sprache spricht.
Geheimnisvoll schimmernd und vergänglich wie Polar Lights. Jazz zu spielen, bedeutet für
Freiheit anzutreten ohne Fallschirm und Sprungnetz, ein musikalisches Statement von
Toleranz und Offenheit - jenseits aller Limits unserer reglementierten Welt. That´s Why we
are. Hierin ist mir Alice Coltrane ein Vorbild.” (S.-M. Wirth)
Im Sinne Alice Coltranes großer Passion für den Frieden steht Wirths Komposition 2:300 auf
dieser Platte: „Zeitgleich mit ihrem Tode meldeten die Nachrichten, dass im Irak bislang
2.000 amerikanische und 300.000 irakische Kriegsopfer zu beklagen waren. Diese Tragödie
findet in meiner Komposition 2:300 musikalischen Ausdruck.” (S.-M. Wirth)
Nach dem durchschlagenden Erfolg seines Projekts „DADA Republic!“ beim JazzFest
Berlin´06, die DVD ist soeben für die Bestenliste beim „Preis der deutschen Schallplattenkritik“
nominiert worden, steigert sich Wirth mit MULTIPLE PULSE nochmals.
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