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The Shin

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The Shin 2014-07-15T14:33:05+00:00

THE SHIN – Gewinner des Wettbewerbs „Creole – Weltmusik aus Deutschland“ 08/09.

The Shin ging beim 2. Bundeswettbewerb „Creole – Weltmusik aus Deutschland 2008/2009“ als einer der drei Gewinner hervor und konnte so die begehrte Creole – Preisskulptur des georgischen Künstlers Levan Vardosanidze entgegennehmen. The Shin überzeugte die Jury besonders mit ihrer Spielfreude und kraftvoller Bühnenperformance. Wir gratulieren unserem creole-Preisträger The Shin herzlich zu der Auszeichnung.
Die georgische Formation begeisterte mit einer hochvirtuosen Begegnung von georgischer Mehrstimmigkeit und Polyrhythmik. In ihrem dynamischen, voller Spielfreude vorgetragenen Dialog zwischen Jazzrock, Flamenco und Funk finden sich auch originell verarbeitete Einflüsse des Gitarristen John McLaughlin. Die Bühnenperformance von The Shin bildete mit ihren lebendigen Tanzeinlagen zudem einen der Live-Höhepunkte des creole-Finales 08/09.

1998 wurde die Gruppe in Deutschland von Zaza Miminoshvili und Zurab Gagnidze gegründet, die beide seit 1994 in Deutschland leben. 2002 schloss sich Mamuka Gaganidze ihrem Duo an.

Die in Deutschland lebenden Musiker gehören mehrheitlich zur künstlerischen Elite Georgiens, haben mit internationalen Größen wie Randy Brecker, Giora Feidman, Gia Kancheli, Jorge Pardo, Chaka Khan, Okay Temiz, Fuat Saka, zusammengearbeitet, mehrere Workshops in Polyrhythmik, Improvisationstheorie und georgischer Mehrstimmigkeit abgehalten, sowie bei zahlreichen internationalen Festivals aufgetreten.

Der Klangteppich der The Shin entsteht durch die Begegnung des musischen Georgien mit der Musik Verschiedener Länder und Kulturen. Berühmte georgische Mehrstimmigkeit und instrumentale Virtuosität entfalten sich im Austausch mit Jazz Scat, Funk und Fusion, Flamenco und Indien, Ravel und McLaughlin. Wie Klingt es? Raffiniert, überraschend, modern, witzig, heiter und einfühlsam.

Im Georgischen bedeutet „Shin“ „nach Hause kommen“. Obwohl jeder von uns seine eigene Heimat hat und seine persönliche Art, nach Hause zu kommen, hat die Musik von The Shin die erstaunliche Fähigkeit die Zuhörer auf ganz besondere „heim“ zu führen, egal, wie weit es bis dahin ist. Es kann sein, dass Sie sich plötzlich irgendwo befinden, wo Sie denken, dass sie dort schon einmal gewesen sind; wo der Regen die Fenster beschlägt und einem vertraute Gerüche von der Küche in die Nase steigen; wo man Stimmen hört, die man kennt, auch wenn man nicht jedes Wort versteht…

The Shin nennt ihr neuestes Projekt EgAri, auf Deutsch: Das ist’s. Es zeigt die Zusammenarbeit des Trios mit georgischen Volksmusikern, Sängern und einem Tänzer und installiert doch einen modernen Sound. EgAri vereinigt den traditionellen georgischen Instrumentalstil mit mehrstimmigem Gesang und Volkstanz. Zum ersten Mal werden diese drei Elemente in einer für das Auge und das Ohr ausgezeichneten Version dargestellt. EgAri ist eine unkonventionelle Mischung alter und neuer Musikbestandteile, kaukasischer und moderner Instrumente, erstaunlicher georgischer Harmoniefolgen und vertrauter Jazzklänge. The Shin sind der Meinung, dass Musik sich ständig weiterentwickeln muss um lebendig zu bleiben. In diesem Sinne sehen sie sich als Bewahrer der georgischen Tradition.

Die Musiker knüpfen an einen Dialog zwischen Ost und West an, der Altes und Neues beinhaltet, das Heimische und das Fremde integriert, wie es in Georgien seit alters her Brauch war. Diese Verbindungen sind erfahrbar in den Gedichten von Shota Rustaveli, den Gemälden von Niko Pirosmani, der Architektur von Tiflis, der Choreographie von George Balanchine, den Filmen von Otar Ioseliani und nicht zuletzt durch die Musik von The Shin.

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Zaza Miminoshvili Gitarre, Panduri

Wann beginnt eine musikalische Ausbildung? In dem Augenblick, als ein Mensch die Sprache der Klänge versteht und versucht in ihr etwas eigenes  auszudrücken? Oder vielleicht in dem Augenblick, als die Eltern ihr Kind dazu bringen, Musikunterricht zu nehmen, weil sie es so für richtig halten?

Zaza wurde in einer Familie von Schriftstellern, Mathematikern und Künstlern geboren. Bereits in seiner frühen Kindheit verbrachte er viele Stunden am Klavier der Nachbarn, indem er musikalische Märchen „erzählte“ und unsichtbare Orchester dirigierte. Weil er es so wollte. Wenn man die Sache jedoch formell angeht, so begann er mit dem Musikunterricht recht spät, mit 14 Jahren, als seine Mutter ihn zum Gitarrenunterricht brachte.

Nur wenige Monate später, beflügelt durch seine ersten Erfolge, spielte er bereits in verschiedenen Schulbands, die die damals zwar sehr begehrte, aber offiziell nicht gebilligte westliche Musik spielten – von Rock bis zu „The Beatles“. Die Jungs versuchten „westlich“ zu klingen, was ihnen jedoch irgendwie nicht gelang, aber es gelang ihnen, eigene Kompositionen zu schreiben.

Dann kam die mechanische Fakultät der Universität in Tiflis, die Doktorarbeit und ein Praktikum in Deutschland über das Humbold-Stipendium. Aber das war alles im Hintergrund. Im Vordergrund war bereits seit der Studentenzeit die Musik. Zunächst lernte Zaza die klassische Gitarre bei einem echten Meister, Wladimir Georgadze. Der Lehrer gab ihm den Rat, für einige Zeit seine zahlreichen Bands zu lassen. Er sollte lernen, richtigzu spielten und das Instrument zu beherrschen. Danach lernte Zaza Jazz bei Lawrentij Dzhindzharidze.

Danach entstand die Band ”Adio”. Es war der erste Experiment der Synthese traditioneller georgischer Musik mit einer modernen Form. Eines der „Adio“ Konzerte wurde von dem berühmten georgischen Komponist, Gia Kancheli, besucht. Was er dort hörte, gefiel ihm so sehr, dass er den Musikern vorschlug, Musik für die Theaterstücke des berühmten georgischen Regisseurs, Robert Sturua, zu komponieren. So entstanden Kompositionen zu vielen Theaterstücken des Theaters Rustaveli.

1993 wurde ”Adio” für eine Tour und Albumaufnahme nach Deutschland eingeladen, wo die Musiker ursprünglich nur einige Monate bleiben wollten. Das Schicksal fiel jedoch so aus, dass Zaza bis heute in Deutschland (Stuttgart) lebt und arbeitet. Zusätzlich sammelt er unvergleichbare Erfahrung, indem er auf den westlichen Bühnen auftritt und mit vielen berühmten Musikern arbeitet. 1998 gründeten Zurab und Zaza das Duo „The Shin“, dem sich im Jahr 2000 der begabte Sänger und Perkussionist, Mamuka Gaganidze, anschloss. Zusammen mit „The Shin“ nimmt Zaza an internationalen Projekten und zahlreichen Festivals teil, leitet Seminare zu Polyrhytmik, Polyphonie und der Improvisationstheorie. Zaza trat mit vielen großen Musikern auf, wie z.B. mit Giora Feidman, Randy Brecker, Theodosii Spassov, Chaka Khan, Ramesh Shotam, Jorge Pardo und vielen anderen.

Seit Januar 2009 spielt Zaza Miminoshvili auf der neuen, einzigartigen Gitarre, die „JaZZ“ getauft wurde. Diese Gitarre wurde speziell nach den Sonderwünschen von Zaza Miminoshvili von dem jungen Gitarrenbauer Daniel Stark. “Die JaZZ ist ein Weltenbummler. Sie verbindet die Klangfarben des Flamenco mit denen des Jazz und der Klassik und schafft eine nahtlose Vereinigung von Ost und West. Ausgehend von einer einzigartigen akustischen Basis liefert der hexaphonische Pickup breiteste Möglichkeiten für orchestrale und sphärische Klänge und der speziell geformte Cutaway ist bestens geeignet für wahre Höhenflüge auf dem Instrument. Ein hervorragender Weggefährte für Wanderer zwischen Zeiten und Kontinenten.”

Zurab J. Gagnidze  Bass, Gesang

Es heißt, dass Zurab bereits im Alter von drei Jahren zu singen begann. Eigentlich hatte er gar keine andere Wahl, da in seiner Familie so ziemlich jeder sang. In der Zwei-Zimmer-Wohnung, in der zwischen neun bis elf Personen lebten, sammelten sich ständig Freunde und es wurde Musik gehört und gesungen. Dabei konnte Zurab stundenlang vor dem Plattenspieler stehen und der Musik zuhören. Er konnte anhand des Plattencovers alle Platten erkennen und konnte beinahe jedes Lied nachsingen. Mit etwa 10 Jahren begann Zurab bei seiner Oma Gesang zu lernen, die eine Enthusiastin des georgischen Gesangs war. In der 9. Klasse ließ sich Zurab in das Gitarrenunterricht der Schule einschreiben. Leider existierte dieser Unterricht nur etwa drei Monate. Danach nahm Zurab einige Monate lang Unterricht bei einem berühmten Rock-Gitarristen, wonach er endgültig beschloss, auf Bass umzusteigen. In der 10. Klasse gründete Zurab seine erste Band. Sie spielten Covers von Deep Purple und The Beatles, und als die ersten Jazz-Rock Bands entstanden, wurde die Band „Chicago“ zu ihrer großen Liebe. Bereits nach wenigen Schulauftritten wurden sie in ihrer Schule berühmt.

Nach der Schule begann Zurab das Studium der Informationstechnologie an der Polytechnischen Universität in Tbilisi. Die Universität hatte ein reiches und aktives musikalisches und kulturelles Leben; das Studententheater seiner Universität war nicht nur in Georgien hoch angesehen, sondern auch im Ausland, in der Universität wurden jährliche Musikfestivals veranstaltet und fast jeder Studiengang hatte eine eigene Band. Ab dem 8. Semester war Zurab an der Organisation dieser Festivals beteiligt und spielte in einer Bigband. Diese hatte großen Erfolg, sie spielte auf Festivals, im Fernsehen und im Radio. Später wurde Zurab als Bassist in die berühmte Universitätsband „Homli“ eingeladen, die eigene Stücke spielte, die auf georgischer traditioneller Musik basierten.

Nach einem glänzenden Universitätsabschluss verbrachte er ein Jahr in London. Danach arbeitete er 13 Jahre lang im Institut der Informationstechnologie an der Staatlichen Universität von Tbilisi und während dieser ganzen Zeit beschäftigte er sich nach wie vor mit der Musik. Eines Tages kam der Gitarrist Zaza Miminoshvili in das Institut und schlug Zurab vor, zusammen zu spielen. Dieser Tag war die Geburtsstunde einer langjährigen Freundschaft und des kreativen Bundes dieser zwei Musiker. 1990 gründeten sie das Ensemble „Adio“. Übrigens, der Bass, der auf dem darauffolgenden Album von „Adio“ zu hören war, war genau der Bass, den sich Zurab während seines Aufenthalts in England gekauft hat.

Das war die Fortsetzung der Suche nach der Synthese von traditioneller Musik mit einer modernen Form. Eines der „Adio“ Konzerte wurde von dem berühmten georgischen Komponist, Gia Kancheli, besucht. Was er dort hörte, gefiel ihm so sehr, dass er den Musikern vorschlug, Musik für die Theaterstücke des berühmten georgischen Regisseurs, Robert Sturua, zu komponieren. So entstanden Kompositionen zu vielen Theaterstücken des Theaters Rustaveli.

1993 wurde ”Adio” für eine Tour und Albumaufnahme nach Deutschland eingeladen, wo die Musiker ursprünglich nur einige Monate bleiben wollten. Das Schicksal fiel so aus, dass für Zurab diese Tour immer noch fortläuft. Während er bereits in Deutschland war, nahm er Teil an dem berühmten “Black Sea Project” von Okay Temiz, an vielen internationalen festivals, er schrieb und schreibt nach wie vor Musik für Kinofilme und Theaterstücke, leitet Seminare zu georgischer Polyphonie. Er teilte die Bühne mit Giora Feidman, Randy Brecker, Chaka Khan, Ramesh Shotam, Jorge Pardo, Theodosii Spassov und weiteren berühmten Musikern. 1998 gründeten Zurab und Zaza das Duo „The Shin“, dem sich im Jahr 2000 der begabte Sänger und Perkussionist, Mamuka Gaganidze, anschloss.

Mamuka Gaganidze  Perkussion, Gesang

Seine Eltern sagten, dass Mamuka bereits mit drei Jahren stundenlang sang und beinahe alle georgischen Poplieder wiedergeben konnte. Er selbst erinnert sich daran, wie er in seiner Kindheit oft vor dem Spiegel „aufgetreten“ ist, und sich dabei einen überfüllten Saal und lauten Applaus vorstellte.

Mit 6 Jahren begann Mamuka mit dem Klavierunterricht und wurde in das vokalisch-instrumentelle Kinderensemble ”Nergebi” aufgenommen. Das Ensemble hatte Konzerte in Georgien, Russland, fast ganz Europa und trat sogar ein Mal in Kuba auf. Jedoch durfte Mamuka nicht nach Kuba mitfahren, weil seine Mutter Angst hatte, dass die Kinder durch das Bermuda-Dreieck fliegen müssten, worauf der Junge dann sehr sauer war…

Allmählich wurden die Kindermelodien durch Lieder von „The Beatles” abgewechselt und bei Mamuka entstand der Wille, eine eigene Band zu gründen. Die Jungs sammelten Geld für Gitarren und weitere Ausrüstung, indem sie auf den Straßen spielten, auf Discos, und mit anderen Worten, einfach überall dort, wo es nur möglich war. Das Geld reichte bei weitem nicht für die besten Instrumente aus, aber die Band wurde dennoch gegründet und begann aufzutreten!

Dann kam der Wehrdienst. Mamuka wurde in das Bau-Batallion geschickt. Es war eine sehr schwierige Zeit, und sie wäre noch schwieriger geworden, wenn es den Zufall und die Musik nicht gegeben hätte. In seiner Einheit gab es einen wunderbaren Menschen, Major Savtsov, der Mamuka half, ein instrumentelles Ensemble in der Einheit zu gründen. Das Ensemble wurde sehr erfolgreich, trat oft in der Umgebung auf und nahm sogar an speziellen militärischen Events teil.

Nach der Armee begannen die Jahre der Suche. Zunächst begann Mamuka an der Staatlichen Universität in Tiflis das Studium der Orientalistik. Er wollte die Kultur des Ostens näher kennen lernen, in asiatische Länder reisen. Aber nach einiger Zeit, nachdem er verstand, dass Orientalistik nicht seine Berufung war, wechselte er den Studiengang und begann Filmregie zu studieren. Dann wechselte er wieder, diesmal in die juristische Fakultät. Dort graduierte er auch, arbeitete jedoch keinen einzigen Tag als Jurist, da er verstand, dass er in Wirklichkeit immer noch Musiker war, und dass die Musik der Weg war, den er gehen musste…

In den 90-er Jahren traf Mamuka seinen guten Freund und Musiker Zaza Mardzhanishvili, der zu dieser Zeit sich intensiv mit Jazz beschäftigte und der Mamuka für diese Musik begeistern konnte. Sie gründeten ein Quartett, das ziemlich schnell bekannt wurde: sie traten oft auf, spielten im Radio und im Fernsehen. Alles war gut bis 1993, als Zaza Mardzhanishvili nach USA emigrierte. Die Band zerfiel und in Georgien begann der Bürgerkrieg. Es gab weder Perspektiven, noch Ideen, und die Lage schien Aussichtslos… An einem von diesen trostlosen Tagen bekam Mamuka einen Anruf, der sein ganzes Leben verändern würde. Es war Zaza Miminoshvili, einer der Leiter von der Band „Adio“, der ihm vorschlug, der Band als Sänger beizutreten. „Adio“ war damals eine legendäre Band, und es für viele Musiker ein Traum, dort zu spielen.

So kam Mamuka 1996 nach Deutschland, wo die Band zu dieser Zeit war und arbeitete. Während seiner Arbeit in „Adio“, leuchtete ihm plötzlich ein, dass man in der Musik etwas eigenes suchen kann und muss! Und dass man nicht sein Leben lang andere Musiker nachahmen soll. Das, was die Musiker von „Adio“ machten, war ein sehr interessantes Experiment der Synthese von traditioneller georgischer Musik mit modernen Formen. Die Band trat auf großen Festivals auf, und sollte ein Album aufnehmen. Ihr wurde eine große Zukunft vorhergesagt und… sie zerfiel.

2002 wurde Mamuka in die Band „The Shin“ eingeladen, die durch zwei Mitglieder von „Adio“ gegründet wurde: Zaza Miminoshvili und Zurab Gagnidze. Mit The Shin tritt Mamuka bis heute erfolgreich als Sänger, Perkussionist und Komponist auf und er nimmt an allen Projekten der Band teil.