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Ashia Bison Rouge

//Ashia Bison Rouge
Ashia Bison Rouge 2017-05-05T12:29:12+00:00

Kraftvoll wandelbare Stimme” (Powerfully expressive voice) Berliner Morgenpost

Absolut unglaublich!” (“Absolutely Tremendous!”) Capitol Public Radio

Jeder Song ist eine Überraschung… Die Künstlerin ist ein unglaublicher Quell an verschiedenen Musikstilen.RBB Kulturradio 

Mit Cello, Loopstations, Effekten und ihrer “kraftvoll wandelbaren Stimme” (Berliner Morgenpost) erschafft Ashia Bison Rouge eine ganze Welt aus Sounds, Rhythmen, Stimmungen und Melodien. Verträumte Popsongs und elektronisch anmutende Stücke werden verbunden von Ambient-Sounds. So erschafft sie bei Live-Konzerten ihre „Song-Inseln“. Alle Stücke werden live von ihr gespielt, nur mit ihren Instrumenten und Effektgeräten – es gibt keine Elektronik und keine Synthesizer. Stellen Sie es sich als großes Cello Orchester Konzert vor! Ihr Stil erinnert an Perfomer wie Zoe Keating und 2 Cellos oder auch das Portland Cello Project.

Ashia Bison Rouge lässt sich inspirieren von der Natur, ihren Herkünften, von Bewegung und Tanz. Neben ihrem Soloprojekt trat sie mit dem Cirque du Soleil auf, hat Songs für verschiedene Produktionen von Base Berlin Artistik und dem Chamäleon Theater geschrieben und spielt mit Cello und Gesang eine Hauptrolle in „Der helle Wahnsinn“ im Wintergarten Berlin. Ashia wurde im polnischen Wroclaw geboren, wuchs auf in Seattle und Portland in den USA und lebt heute in Berlin. Im Frühjahr 2015 spielte Ashia Bison Rouge ihre Songs mit dem Salem Chamber Orchestra in Salem, Oregon. Sie ist aufgetreten u.a. mit dem Songbird Collective, Portland Cello Project, Arstidir, Vagabond Opera und Jherek Bischoff.

ASHIA, Singer Song Writer; Performance Künstlerin

Berlin-Neukölln, in ihrer Wohnung, 13. Febr. 2016

Gespräch und Übersetzung aus dem Englischen von WOLF GAUDLITZ

(das Gespräch beginnt auf Deutsch)

WG: Das polnische Mädchen aufgewachsen in Nordamerika und plötzlich in Berlin.

Ashia: Genau.

WG: Mit Deutsch.

Ashia: Ein bisschen deutsch. Aber nicht so viel.

WG: In Berlin lässt sich zwar gut Musik machen, aber nur bedingt gut Deutsch lernen.

Ashia: Ja das ist richtig. So viele Ausländer. Ich bin auch eine Ausländer. Viele sprechen auf Englisch und ich höre so viele verschiedene Sprachen, aber nicht so viel deutsch.

(Fortsetzung ab nun nur auf Englisch)

WG: Bitte entschuldigen Sie, dass ich kein Polnisch kann. Aber sprechen wir Englisch!

Ashia: Auf Englisch wäre am besten!

WG: Und das, obwohl Sie wie eine Italienerin aussehen.

Ashia: Das höre ich oft, dass ich überhaupt nicht polnisch aussehe. Das kommt wohl auch daher, weil ich in Amerika aufgewachsen bin und dort arbeitete. Und jetzt aber in Berlin, da sprechen sie mich in sämtlichen Sprachen an, weil sie glauben, ich könnte von überall her abstammen.

WG: Aber woher stammt dann das levantinisch Äußere?

Ashia: Mein Großvater mütterlicherseits stammte aus Lemberg. Und da findet man immer noch überwiegend dunkles Haar und dunkle Augenbrauen. Aber ich bin rundum polnisch. Und meine Geschwister haben im Gegensatz zu mir blondes Haar und blaue Augen. Sie können sich also Mitteleuropa zugehörig fühlen, während ich das Südost-Europäische nach außen trage.

WG: Der Name, den Sie sich und Ihrer Band gegeben haben: „Ashia und das rote Bison“ da könnte man meinen, Sie seien noch nicht genau da angekommen, wo Sie bzw. das Bison vielleicht ursprünglich hinwollte.

Ashia: Oh ja. Diese Bisons gibt es sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Polen. Aber sie wandern, ziehen dorthin wo es ihnen gefällt und suchen stets nach neuem Terrain. Wie ein Bison grase ich jetzt hier in Berlin.

WG: „Ashia, das rote Bison“ – eine Namensgebung, die kräftig und nach großem Orchester klingt.

Ashia: Na ja, ich habe mein Cello und arbeite zusätzlich mit zwei Loopstations. Dazu singe ich und werde hin und wieder auch von einer Violinistin begleitet. Ich schreibe meine eigenen Songs, und die Loopstations erwecken den Eindruck, es könnte sich dabei um ein großes Orchester handeln. Und das „Und“ zwischen mir und dem Bison habe ich in meiner Namensgebung jetzt auch gestrichen, damit man vielleicht spürt, dass ich ganz alleine bin.

WG: Dass Sie ganz auf sich gestellt sind, scheint ein Geheimnis Ihres Erfolges zu sein.

Ashia: Was eine Menge Arbeit ist! Komponieren bedeutet für mich die Konzentration auf den Augenblick der Inspiration zu lenken. Und wenn das gerade nicht geht, dann höre ich andere Musik oder klinke mich aus und geh spazieren. Das Einfangen von Tönen ist meine Passion. Und die Loopstations sind mein kleines Orchester, das wunderbar strukturiert und funktionell ist. Ich möchte sagen, was ich da elektronisch entstehen lasse, verselbständigt sich nicht. Ich setze den Rhythmus und gebe ein musikalisches Leitmotiv vor, baue einen Sound nach dem anderen und über den anderen auf und finde großen Spaß daran.

WG: Und wir, das Publikum, haben auch großen Spaß, Sie bei Ihrer Arbeit erleben zu können, weil Sie eben nicht nur Musikerin, sondern auch eine Performance-Künstlerin sind.

Ashia: Sicher! (lacht herzhaft laut auf) Oh ja, ich schreibe ja nicht nur Musik, ich schreibe auch Geschichten, erzähle sie. Und die kommen aus meinem Körpers, wachsen aus meiner Expressivität. Aber es ist nicht so, dass ich aufspringe, tanze und irgendwie das Publikum durch Bewegung bezirze … (lacht erneut charmant kokett auf) … ich will den Geschichten der Menschen, von denen ich erzähle, mit Klängen begegnen und dem Visuellen zusätzlich Raum geben.

WG: Sie klingen wie eine wandelnde Fee aus einem Märchen.

Ashia (lacht): Genau das sagte mir schon einmal jemand. Er kam nach dem Konzert zu mir und meinte, es schien ihm, als hätte ich ihn in die Fabelwelt entführt. Und ich denke, das hat auch mit dem Experiment zu tun, das ich musikalisch anstrebe: bereits gespielte Töne wie aus der Erinnerung zeitverzögert wiederzugeben, nachklingen zu lassen. Und tatsächlich soll eines meiner nächsten Projekte ein richtiges Märchen werden. Mehr möchte ich jetzt nicht dazu sagen. Es wäre zu früh, Märchen dürfen nicht vorzeitig in die Welt getragen werden (lacht). Deshalb …

WG: Deshalb … Sollten wir jetzt über Ihr drittes Album sprechen, dem Sie den Namen „Oder“ gaben. Im Deutschen kann man darunter „entweder – oder“ oder auch „Oder“ verstehen.

Ashia: In diesem Fall ist der Fluss „Oder“ gemeint, der im Polnischen „Odra“ heißt.

WG: Das von Ihnen gewählte Schriftbild auf Ihrer CD zeigt den Namen teilweise spiegelbildlich.

Ashia: Richtig, das „E“, weil die Oder ein Grenzfluss ist. Ein Fluss, der nicht nur Lieder und Texte, sondern fast alles mitnimmt, was auf sich auf seinem Weg findet: die Reflektionen, die Geschichten, die über der Wasseroberfläche schweben, während sich das Unterbewusstsein in den Tiefen des Flusses bewegt. Also da ist das Oberhalb und das Unterhalb eines Flusses, der bis ins Meer wandert. Und die „Odra“ gilt zugleich als Grenzbestimmung zweier Länder. Das eine Land bedeutet mir, dass ich dort geboren wurde, das andere: dass es mich adoptiert hat. Ich lebe in Berlin, fühle mich dort zuhause und bewege mich also in der Realität. Wenn man die CD aufschlägt, dann erkennt man die „Odra“ und fühlt sich womöglich in ihre Tiefen gezogen, taucht ein in sie bis ins Unterbewusste und wünscht vielleicht sogar in ihr zu ertrinken. So könnte man auch mich, die Oder und meine Musik betrachten. Alles geht ineinander über, fließt. Nicht zuletzt auch wegen meiner Loopstations, die die Klänge ein-, unter- und wieder auftauchen lassen, sie vorneweg herschieben, schneller, dann langsamer und wieder schneller werden lassen. Meine Musik ist ein lebendiger Fluss, der durchschneidet und mitnimmt, was ihm begegnet.

WG: Dazu hört man Ihre Stimme, Ihren Gesang und bekommt das Gefühl, da lockt die Lorelei; nur ist diese jetzt nicht am Rhein, sondern steht in der Oder und ruft: „Hallo hier bin ich – wer geht mit mir auf Reisen, damit ich ihn hinunterziehen und lieben kann?!“

Ashia: Ich glaube, es fällt keinem Sänger leicht, über seine eigene Stimme zu sprechen, weil die Stimme ein Instrument ist, das immer in einem selbst steckt. Meine Lieder jedenfalls sind nicht so angelegt, dass sie die Hörer auf Distanz halten sollen, sondern dass sie sie viel mehr in meine Welt entführen. Das sehe ich als meine Aufgabe, Sängerin sein zu dürfen. Gut, es geht auch, dass man die Hörer von sich wegschieben möchte, aber eigentlich nur, wenn es um wirklich emotionale Äußerungen geht, ansonsten will man sie doch mitnehmen, mitziehen, teilhaben lassen. Und wenn Sie meinen, ich sei wie eine Sirene im Wasser und künde Verlockungen, dann mag das stimmen.

WG: Wenn Sie auftreten, sich dem Publikum stellen, denken Sie dann vorrangig an eine männliche oder an eine weibliche Hörerschaft? Oder ist es womöglich gar an eine kindliche?

Ashia: Ich habe keine Vorgaben. Es gibt Auftritte, bei denen die meisten Zuhörer Erwachsene sind und dann gibt es auch Aufführungen, in denen viele Kinder anwesend sind. Es ist unterschiedlich und die Energien sind immer andere. Es passiert auch, dass ich Zuhörer verärgere, dass sie einfach aufstehen und gehen und ich kann nichts dagegen machen. Ich kann ja nicht grundsätzlich Geschmäcker ändern, ich kann nur dazu einladen mit mir zu sein. Und wenn es dann gefällt, bleibt man eben sitzen und gibt mir die Chance mit meinem Publikum zu harmonieren, was sehr schön ist (lacht zärtlich).

WG: Ein Bison ist oft hungrig, muss ständig kräftig Nahrung finden – was ist Ihre bevorzugte Speise?

Ashia (lacht): Die Seelen! Die Seelen der Menschen.

WG: Also doch: Sie gieren nach Liebe!

Ashia: Wer tut das nicht!?! Die Menschheit lebt von der Kontaktaufnahme. Und weil meine Kunst soll nicht abschrecken, sondern meine Zuhörer dazu einladen, in die Materie einzutauchen … und was mir dann das Fressen ist, als Bison … was für eine kuriose Frage! (lacht) … ich glaube es ist der Bewegungsablauf, den ich anstrebe. Er sättigt mich und ich genieße es, wie aus dem einzelnen Ton Klangräume entstehen, die mitten aus dem Leben und der Gegenwart sprießen. Das inspiriert mich und ich bleibe dran. Die Reaktionen und Äußerungen meines Publikums sind meine Nahrung, und die einsetzende Verdauung wird zum Lernprozess meiner künstlerischen Erfahrung. Die hierbei zum Einsatz kommende Elektronik sind meine Gewürze, sind Salz und Pfeffer. Mein Cello betrachte ich als meinen steten und verhältnismäßig schwergewichtigen Begleiter. Ich glaube, dass ich mit meinem Fang, der Speise eher wie eine Katze und weniger wie ein Rind umgehe.

WG: Nach Berlin sind Sie nicht gezogen, weil Sie sich in eine Person verliebten und darin eine Zweckmäßig erkannten. Auch sind Sie nicht hierhergekommen, weil Ihnen die Lebensumstände angenehmer als in den Vereinigten Staaten oder in Polen erschienen. Was war es? War es das Streben nach noch größerer geistiger Freiheit?

Ashia: Das ist eine interessante Frage. Ich glaube, es war die plötzliche Wahrnehmung einer Chance, die sich mir bot. Ich lebte in Portland und kam nach Berlin um im Chamäleon Theater bei „Dummy“, einer wunderbaren Varieté Show unter der Regie von Eike von Stuckenbrok und Markus Pabst mitzuwirken. Ich tat das als Musikinterpretin, schrieb die Stücke für mein Cello und die Loopstation und stand dann wie im Duett mit den auftretenden Akrobaten. Das war eine wunderbare Erfahrung, die ich in ähnlicher Weise schon Jahre zuvor im Circque du Soleil machen durfte.

WG: Sie haben im Cirque du Soleil gearbeitet?

Ashai: Ja früher einmal, in meinen Zwanzigern.

WG: Oh natürlich, jetzt bewegen Sie sich ja schon stramm auf die siebzig zu!

Ashia (lacht): Nein, ich bin gerade 85 geworden! Es ist schon erstaunlich, was sich mit dem neuesten Make up so alles überdecken lässt! (lacht)

Die Zusammenarbeit mit diesen Akrobaten und Tänzern war großartig, weil sie sich über meine Musik und ihre Klänge körperlich ausdrückten. Ohne Klang keine Bewegung. Oder eben dieses Nachklingen in und aus der Stille heraus. Und durch diese Arbeit spürte ich, dass mein persönliches Kapitel „Leben in Portland“ zugeschlagen werden musste. Allein dieses mindestens ein Jahr lang andauernde Hin- und Her zwischen Zentraleuropa und Portland, brachte mich ziemlich durcheinander und verlangte nach resoluter Änderung.

Berlin ist ein Grenzort verschiedenster Welten, ist ein Ort mit stets wechselseitiger Geschichtsschreibung zwischen Ost und West – für mich ist die Stadt eine Art Sinngebung.

WG: Mit der Möglichkeit jetzt auch die Oder zu überwinden und vielleicht zu den Wurzeln, nach Polen zurückzukehren.

Ashia: Das ist gut möglich. Ich bewahre diesen Gedanken wie eine mystische Haltung, als eine Art Traumspiel, das mich seit frühester Kindheit begleitet und ich frage mich: „Was ist das zweifellos Polnische?“ Und tatsächlich habe ich lange lange Zeit davon geträumt, wieder in Polen zu leben. Besonders seit ich hier in Berlin bin, erscheint mir die Entfernung plötzlich greifbar, ist mir zu einem Gefühl geworden, das sich inspirativ auf meine Kreativität auswirkt.

WG: Sich mit deutlich verlaufenden Grenzen konfrontiert zu sehen, hinterfragt die eigene Identität. Wird man somit nicht auch zu einer politischen Sängerin? Oder ist das ein sinnlos erscheinender Gedankenanspruch?

Ashia: Das ist eine Frage, die ich mir wiederholt stelle. Aber so richtig lasse ich mich dann doch nicht in diesen Gedanken fallen. Ich konzentriere mich auf Umweltfragen, wünsche, dass die Natur auf unserer Welt besser respektiert wird. Aber ich will mich auch nicht radikalisieren lassen, trage kein T-Shirt auf dem steht: „Rettet die Welt!“ oder Ähnliches.

Es erscheint mir wesentlich, dass das Publikum die freie Wahl hat und nicht dogmatisch vereinnahmt wird. Bei manchen Interpreten erkennt man schon in ihrem Gesichtsausdruck, wohin die Reise führen soll, für die sie den Weg vorgeben – was die Ideale sind, was der Glaube ist. Ich hingegen plädiere für ein freies Erleben und Nachempfinden.

WG: Auf der Suche nach der eigenen Identität und musikalischen Entwicklung ging Ihre Reise von West nach Ost, von Nordamerika bis fast nach Polen, mitten nach Mitteleuropa nach Berlin – und eben nicht mitten nach Deutschland, sondern in die vielversprechende Internationalität, die immer ein unbestritten weitgespanntes Netz unterschiedlichster und zugleich spannender Kulturen darstellt.

Ashia: So kann man sagen, ja. Ich denke, was die Menschen an den wirklich großen Städten mögen, ist, dass sie sich wie in einem Ozean bewegen und dabei aber auf ihrer kleinen Welle reiten. Und Berlin heißt jeden und alles willkommen und zugleich gibt sich die Stadt auch unverbindlich. Du kannst alles oder auch nichts machen, es steht dir frei. Das ist das Angenehme an Berlin. Du fühlst die kontinuierliche Bewegung in dieser Stadt, die darin einzigartig eigen ist. Ist dieses Eigene eine deutsche Eigenschaft? Gewiss geschieht die Kommunikation in Berlin anders als in München oder Hannover, wo, so glaube ich, so vieles vielleicht ein bisschen mehr „deutsch“ erscheint.

Für Ausländer ist Berlin ein angenehmer Platz. Und es ist auch ein guter Ort für jemanden, der an einem anderen Ort geboren wurde, als dem, an dem er aufgewachsen ist und somit von vornherein zweisprachig denkt. In diesen tiefen Wassern schwimmst du nun, bist ein Fisch wie alle anderen, nur mit unterschiedlichem Muster. Die Verschiedenheit der Sprachen wird da fast zu etwas Nebensächlichem. Und also macht man sich Freunde mit und aus der ganzen Welt. In den Vereinigten Staaten hatte ich immer das Gefühl, ich sei jemand, der die amerikanische Welt von außen betrachtet, während ich, wenn ich in Polen bin, etwas Heimisches fühle. Doch sobald ich dort den Mund aufmache, bemerken sie, dass ich nicht so bin, wie sie sind, weil mir ein amerikanischer Akzent anhängt. Und jetzt lerne ich eine neue Sprache, Deutsch, spreche sie unzureichend und bestimmt klingt alles ganz komisch – aber keiner sagt was, weil wir wahrscheinlich alle mit genau den gleichen Identitätsproblemen zu kämpfen haben. (Lacht) Das macht doch Sinn.

WG: Bewegt man sich dergestalt im Chaos oder eher im Gefühl einer geregelten Ordnung?

Ashia: Ich selbst sehe mich als eine wenig durchorganisierte Person mit geregelten Zeitabläufen. Bei mir äußert sich das in Form des Musizierens, des Komponierens und Singens. Das Chaos lasse ich rein äußerlich an mir vorüberziehen, fange es aber irgendwie ein und sperre es in musikalisches Stückwerk.

WG: Ist Musik Chaos, oder ist es nicht immer erst einmal nur bloßer Klang?

Ashia (lacht): Es ist Klang und Ordnung. Was ist Musik? Als Frage bleibt dies doch ein philosophischer Ansatz mit rein theoretischer Aufklärung.

Denn für uns Menschen kann auch das Singen der Wale zu Musik werden, was abermals eine philosophische Betrachtung provoziert. Man könnte sich fragen: wenn es keine Menschen gäbe, gäbe es dann noch Musik?

WG: Wären die Menschen nicht, so gäbe es trotzdem den Klang! Und nur ohne Klang gäbe es keine Musik.

Ashia: Eine Eigenart der Menschen war immer schon das Sammeln. So trugen sie auch Klänge zusammen, komponierten über lange Zeit relativ gewöhnlich, reihten Ton an Ton nach strengem rhythmischem oder auch lyrischem Regelwerk und behaupteten, so müsse Musik entstehen. Von diesem Dogma hatte man sich erst einmal zu befreien, um die Musik aus sämtlichen Klängen reich werden zu lassen. Von außen nach innen, von der Elektronik bis zum Analogen, von Jahrhunderte alten Noten bis hinein mitten ins zeitgenössische Geräuschfeld.

WG: Vor was fürchten Sie sich?

Ashia: Ich glaube vor dem Tod – der Leere. Einer weiten Leere, wenn alles zum Erliegen kommt.

WG: Tonlos?

Ashai: Wenn ich taub werde?

WG: Nein, wenn die Welt verstummt.

Ashia: Das wäre zum Fürchten. Man wäre ohne Orientierung und fände sich im Chaos wieder – wenn uns das Hören genommen werden würde. Ich hoffe nur – weil Klang doch auch Vibrationswellen freisetzt, die sich auch wenn wir nichts mehr hören sollten, spüren lassen – für den Fall, dass diese Vibrationen ausbleiben würden, dann wäre es wirklich schlimm.

WG: Wo glauben Sie, liegt Ihr größtes Talent?

Ashia: In der Art und Weise, wie es mir gelingt, die unterschiedlichsten Dinge freizusetzen und zusammenzuführen.

WG: Ein Puzzle-Spiel?

Ashia: Ja auch. Angehäuft und eingefangen. Und durch mich freigesetzt über den Ausdruck meines Körpers – als verlängerter Arm meiner Instrumente und der dazugehörenden Technik.

WG: Wäre es Ihnen möglich, mir diesbezüglich ein Beispiel zu geben und mich hören zu lassen, wie es Ihnen spontan gelingt, Klang und Töne freizusetzen und zusammenzuführen?

Ashia: Eine Improvisation? Ja, warum nicht!

Also hier ist mein Cello natürlich. Dort habe ich die Pedale für die Loopstation und ein paar Schalter. Dann habe ich noch ein Stimmmikrophon, das über einen Verstärker läuft, sodass wir den Klang hören, der über die elektronische Verfremdung wieder aus der Box kommt.

(Improvisiertes Musikstück mit Gesang, Cello, Loop, live –

Und 12 Minuten später, nach Verklingen des letzten Tones)

WG: Eine Uraufführung?

Ashia: So ist es!

WG: Und ein bisschen länger als zwei Minuten.

Ashia: Kann man so sagen. Aber das ist meistens so, wenn man improvisiert, spielt man länger als nur zwei Minuten. Auch weil die Töne erst eingegeben werden, bevor sie wieder herauskommen.

ENDE

Copyright: Wolf Gaudlitz, 2016

1. Diesel vs Lungs

You’ve got a Rolls Royce, Rolls Royce
I’ve got a box car, box car
Every morning we take them out, out to the start line
and stare down the raceway, and stare own the raceway
looking to champion, or we’re looking to champion
You’ve beat me 9 out of 10 times, but this time I’ve got a plan….

You’ve got a diesel, diesel
I’ve got my lungs, oh oh my lungs
You’ve got the gas to push your pistons, and I’ve got the blood to pump my heart.
And I’ve got an engine to blow your mind.
And I’ve got an engine to blow your mind
And I’ve got an engine to blow you mind
You’ve beat me 9 out of 10 times but this time I’m gonna win…

You’ve got no gas in your tank, I’ve sucked it out along with the oil
You can try to turn the key, and I’ll just stand by laughing sweetly
And you can’t even start. And you can’t even start.
Oh and you can’t even start!
And I’m running to the line, oh I’m running to the line, I’m running to the line..
and I’ve won…

Oh I’ve won with my heart, and my guts, and my lungs, and oh oh oh, I’ve won.
I’ve won.

2. They Take (Ostrava)

They’ll take your love boy, they’ll take your coal
They’ll take your pride boy, they’ll take your steel
And you keep giving boy till they break your will
And you keep giving boy till your blood is bad

I’ll take what’s mine mine mine, I’ll dig deep in your heart
I’ll take what’s mine mine mine, deep down in your roots
And you keep giving boy, ‚till your self pours out
And you keep giving boy, ‚till you’ve only got doubt doubt doubt

They’ll take your thoughts boy, they’ll take your air
They’ll take your soul boy, they’ll take your earth
But, you keep giving boy, ‚till your body is hard
But, you keep giving boy, ‚till your dreams are in the ground

And they’ll take your coffin boy, they’ll take your dirt
They’ll take your ghost boy, they’ll take your ashes

And you keep giving boy, and you keep giving.
And you keep giving boy…. they take, they take, they take…..

3. Spirit Dances Evermore

You’ve got the key, just turn the lock, the hinges creek
the door will crack your frozen soul
stuck in the engine of apparatus thoughts
Just open the door and listen, to the deep dark void
Oh your ancestors call you, your ancestors dance

Otwórz, otwórz, twoje drzwi
Otwórz otwóry twoją klatke
i znajdzieś, znajdzieś miłość i siebie
i znajdzieś, znajdzieś duchy….
ah ah ah ah…..

Your fluttered heart, trapped in a cage
with wings to fly, open up your ribs
your bones will break the steel will burst
your blood will run, give yourself up already
and listen to the keep dark void
Oh your ancestors call you
your ancestors dance

Otwórz, otwórz twoje drzwi
Otwórz otwórz twoją klatke
i znajdzieś, znajdzieś miłość i siebie
i znajdzieś, znajdzieś duchy….
ah ah ah ah…..

Your body shakes and trembles
Your mind cracks open
Your heart is on the floor
Your spirit dances evermore

Your bodies shaking, your bones are breaking,
the tones of the music are collaborating with your blood
your thought, your love and naught
Every move is gone is sensation

Your mind cracks open, rocks are rolling
the fissures in your mind are ever-exploding
Volcanoes boom, Dreams a bloom!
Freedom ablaze in your cranium en-hazed!

Coeur, Heart, Serce, Corazon.
No matter how you break it, it tempers the soul
Rage, Rapture, Passion, Hate
Regardless of it all we collaborate

Sirens wailing, spirits exhaling, in the essence
your breath, your excitement is reeling
Your ancestors dancing, prancing, trancing
Taking your fever to the vital force!

Otwórz, otwórz twoje drzwi, Otwórz otwórz twoją klatke…
i znajdzieś, znajdzieś miłość i siebie
i znajdzieś, znajdzieś duchy….
ah ah ah ah…..

4. Głupie Bajeczki

Stary bocian leci w szare chmury
Zapomniany smok leży w ciemnej szafie, ogień zgaszony
Baby Jagi chata z masła roztopiła się na brudnych ulicach
Tysiące krecików patrzą przez okno samotne
A ja tu siedzę z makami w dłoniach, zgubiona w marzeniach
a ja bym chciała rzucić kamyk, i zbić te wszystkie pamiątki

Te głupie bajeczki
trzymają mnie w zamku w chmurach
i ja nie mogę do ciebie dotrzeć
i ja nie mogę się oderwać
nie mogę, nie mogę się oderwać

Cyrkowe lampki migają daleko we mgle, w tle
a twoje oczy we mnie patrzą, zgubione w tych światełkach
A ja nie mogłam się doczekać aż ty się obudziłeś
Możesz mnie znaleźć tam daleko gdzie żubry biegają wolne

Te głupie bajeczki
Trzymają cię w zamku w chmurach
i ja nie mogę do ciebie dotrzeć
i ja nie mogę cię oderwać
nie mogę, nie mogę, nie mogę cię oderwać

TRANSLATION
Foolish Fairy-tales

An old stork soars in the grey clouds
A forgotten dragon lies in a dark closet, fire extinguished
Baba Yaga’s hut of butter melted on the dirty streets
1000 Moles gaze lonely through a store window
And I’m sitting here with poppies in my palms, lost in dreams
And I’d like to throw a rock, and break all these memories

These foolish fairy tales
Hold me in a castle in the clouds
and I can’t get to you
and I can’t tear myself away
I can’t, I can’t, tear myself away

Circus lamps twinkle far away in the fog, the aether
And your eyes look into me lost in these lights
And I couldn’t wait for you to waken
You can find me far away where the bison run free

These foolish fairy tales
Hold you in a castle in the clouds
And I can’t get to you
And I can’t tear you away
I can’t, I can’t, I can’t
Tear you away

5. Nie było czasu na biżuterię, szlafrok, kosmetyki,
Nie było czasu na herbatę, kawę z ciastkami.

Panika, panika nie ma wyjścia – musimy być silni,
Prędko, prędko zbierajcie się, ogień straszy
Bomby lecą, Bomby lecą

Czerwone maki rosną głęboko w moim śnie,
Tam gdzie rzeka płynie wolno
I dni zmieniają się w lata,
Czerwone maki, czerwone z pasji, czerwone z krwi.

Stary pies szczeka, szare są chmury,
Czarny miecz, czarna kosa.
Błyskawica straszy, samoloty spadają z nieba.

Czołgi burzą wszystko co jest piękne,
Co żyje i co zielone –
Musimy uciekać od tej machiny.

Czerwone maki rosną głęboko w moim śnie,
Tam gdzie rzeka płynie wolno
I śmierć zmienia się w życie –
Czerwone maki, czerwone z pasji, czerwone z krwi.

TRANSLATION
Vermillion Poppies

There wasn’t time for jewelry, bath robes, cosmetics
There wasn’t time for tea, coffee, with cakes

Panic, Panic there’s no way out – we must be strong
Quickly, quickly gather yourselves, fire frightens
Bombs are falling, the bombs are falling

Vermillion Poppies grow deeply in my dreams
Where the river flows slowly
and days turn into years
Vermillion Poppies, Vermillion from Passion, Vermillion from Blood

An old dog barks, grey clouds,
black sword, black scythe
Lightning frightens, planes are falling from the sky

Tanks are destroying all that is beautiful, all that is green
We must run from this machine

Vermillion Poppies grow deeply in my dreams
Where the river flows slowly
and death turns into life
Vermillion Poppies, Vermillion from Passion, Vermillion from Blood

6. Call Your Own

You don’t need a jungle to survive
You don’t need a jungle to survive

If you’ve got a Crevie to call your own
If you’ve got a Crevie to call your own

And the Dandelion Roots they grow
they grow in cracks, in cracks, in cracks
And the Bristlcone Pine, Bristlecone Pine
Grows on the Tops of Mountains
where nothing else will grow
on the Tops of Mountains
where nothing else will grow

If you plant a see and it won’t grow
If you plant a see and it won’t grow

Just give some water full of love
Just give some water full of love

And the mason bees will work
Oh, they’ll work, they’ll work
And they’ll pollinate, pollinate, pollinate
your dreams, your dreams
Pollinate, Your dreams, Your dreams

And the Stag the stag he runs wild
And the Stork the stork, she flies free
And the Stag the stag he runs wild
And the Stork the stork, she flies free
8. Shepherd’s Wings
The son leaves for gold in the city of lights, the daughter travels to Paris to fulfill her dream as a ballerina, even the family dog runs away to find a pet psychologist to help him with his depression. They find nostalgia and longing for their home and Mother’s love. Upon returning, they are fulfilled with a richer life.

Syn wyjechał do miasta w nieznane
Poszukać to światło, zdobyć to złoto
Dwa, pięć, piętnaście lat minęło i siedzi sam w pokoju
Wzory kwiatowe, ludowe na około
Patrzy na lampę bez światła, zgasić tęsknotę
i pączki, piwo, i Matka Matka Matka

Oh oh She had shepherd’s wings and she wanted to keep her family in
Oh oh she had shepherd’s wings and she wanted to keep her family in
But the glamour of the West wasn’t what she could give best
Her love, her baked goods, her carpet weaving’s
wasn’t enough to keep them from leaving

Córka tańczyła, balerina wybitna
Marzyła o karierze na scenie w Paryżu
Wyjechała do Francji na przesłuchanie
Jurorzy zachwyceni: Takie piękne nogi
Maintenant s’il vous plaît…
Sans vêtements…. nudité, nudité

Tańczyła najpiękniej, i dobrze zarabiała
ale teraz na scenie tylko marzyła….
i pierożki, Matka Boska i niewinne cukierki… nie bon bon
tylko Raczki Raczki Raczki…..

Nawet Piesek uciekał, poszukać pomocy pszchologa zwierzątek
Bo siedziąc na podwórku w depresję wpadł-
jęczał i szczekał i milczał i warczał
i Tylko Pani lekarka Amerykanka mu powiedziała….
jesteś wilczku smutny bo…
bez rodziny samo zło

Oh oh Biedny Wilczku
Daleko od domu smutno
Wracaj szybko, wracaj Wilczku
Mama czeka… Mother ’s waiting

Oh oh She had shepherd’s wings and she wanted to keep her family in
Oh oh she had shepherd’s wings and she wanted to keep her family in
But the glamour of the West wasn’t what she could give best
Her love, her baked goods, her carpet weaving’s brought them back, oh brought them back, from leaving….

9. Country will do her well

Oh rain, rain it falls on the city streets
Grey clouds enter the grey walls
She is sitting at her window and dreaming of, dreaming of

The farmer he plants his weeds. oh the farmer he plants his weeds
They’ll break down the concrete of his lover’s walls
Oh his roots are better, his roots are better

Oh trains, trains, are screaming down the tracks
Steel is cutting fog, is cutting the night
They are taking her thoughts, oh taking them, to the hills to the hills where…

The farmer he spins his windmills, oh the farmer he spins his windmillls
They’ll break down the rye for his lover’s break,
Oh she’ll fast ‚till she’s hungry, she’ll fast till she’s fed
Oh his bread is better, his bread is better

Oh Rouge, rouge cheeks bloom to the sky
Naked feet dance on mushroom moss
Her back’s in the earth, oh the country will do her well

The farmer, oh oh her arms. Oh the farmer, oh oh her arms
She’ll plow the field over her lover’s needs
She’ll hold the harvest of the love they reap
Oh they’ll grow together, they’ll grow together…..

10. Burn Give Bust Love

Oh you Burn oh you burn oh you burn until it Hurts
and you Give oh you give oh you give until it Burns
and you Bust oh you bust oh you bust until it Gives
and you Love oh you love oh you love until it Opens…

I pray to the cosmos every night to give me hands strong enough
to bust it out of the cage, I’ve built for myself
It Darkens my mind, it cloaks my heart, and I can’t take it no more, no more.
It clenches my throat, it binds my arms. Oh they burn

So I burn, and I give, I bust oh bust, and I love.
Oh I burn, and I give, and I bust, and love, oh I love

Look inside my ribcage you will find a space there.
Its the home of my soul and ancestors.
There you’ll find a filament, burning bright.
Burning up my mind and opening up my heart, unclenching my throat, unbinding my arms, my arms, my arms, oh they burn.

So I burn, I give, oh I bust oh I bust, and I love
So I burn, I give, oh I bust oh I bust, and I love

I’m afraid of letting go, I’m afraid of losing control
I’m afraid of what I’ll become, I’m afraid, I’m afraid of the
I’m afraid of letting go, I’m afraid of losing control
I’m afraid of what I’ll become, I’m afraid, I’m afraid of the….

… of the Love…Love… Love….
so I burn, and I give, and I bust, and I … love

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Ashia – Gesang, Cello

Ashia