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Oglinda (The mirror)

16,00  4,00 

Wir möchten, daß unsere Musik unser Leben widerspiegelt; deshalb nennen wir diese CD OGLINDA – der Spiegel…

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Beschreibung

„Das von Mikhail Alperin geförderte und produzierte Trio TRIGON verblüffte mit einer gewitzten, effektreichen und in jedem Detail genau arrangierten Musik, die nur auf Perkussions-Instrumenten, E-Baß und Bratsche entsteht. Wenn Oleg Baltagas über das Xylophon rasende Holzklöppel sich mit dem Bogen des Geigers Anatoly Stefanet ein Rennen lieferten und Serguei Testimatsanus tritonischer, ostinater Bass dazu lustige Gefahren heraufbeschwor, fühlte man sich in die Szenerie alter Kinderfilme versetzt.“ (Die Welt – Kultur, Hamburg)

„Es sind die unerwarteten Überraschungen, die meine Musikerlaufbahn mit erfreulicher Regelmäßigkeit aufheitern. Hier ist erneut eine gute Gelegenheit, von einer solchen Überraschung zu erzählen, die das Leben für jeden von uns regelmäßig bereithält.

Heute kommt sie aus Moldawien, einem Land mit unglaublichen Weinen, Paprika, warmen südländischen Herbsten und atemberaubenden Frauen, ein Land, das außer diesen Vorzügen eine der reichsten Volksmusiktraditionen besitzt. Die moldawische Folklore ist weltberühmt, und aus genau diesem Grund scheint der Mangel an moldawischen Musikern, die die Sprache der Improvisation beherrschen, so unnatürlich. Das einzige professionelle Experiment der Kreuzung von moldawischen Volksmusikklängen mit modernem Jazz ist heute schon Geschichte. Ich meine die Gruppe Kvarta von Simon Shirman, die Anfang der 80er Jahre existierte. Jetzt, über 10 Jahre später, sind wir Zeugen eines weiteren msikalischen Experiments.

Die Vielseitigkeit der Musik, die TRIGON spielt, ist einzigartig. Die Kritiker werden lange darüber diskutieren, ob es nun Folk – oder Jazzmusik ist.“  (Mikhail ALperin)

Das Album Oglinda

Wir drei – Anatol, Sergei and Oleg – wurden in Moldavien geboren, einem kleinen landwirtschaftlich strukturierten Land, in dem man gute Möglichkeiten hat, ein guter Weinbauer – oder Musiker zu werden.

Als wir älter und professioneller geworden waren, merkten wir, daß wir nur Musik spielen dürfen, die wir selbst mögen, und in den Liedern von Dingen erzählen, die wir lieben – die Natur, die Leute bei uns auf dem Lande, die Liebe an sich und von uns in dieser Welt. Wir möchten, daß unsere Musik unser Leben widerspiegelt; deshalb nennen wir diese CD OGLINDA – der Spiegel.

Anatoly Stefanet, dem Violaspieler, fehlen überraschenderweise alle Komplexe eines Folkmusikers. Natürlich ist der Konservatismus der Volksmusiker verständlich und leicht erklärbar. Dennoch haben die Ausnahmen von der Regel, von denen Anatoly eine ist, vor einiger Zeit ein Phänomen namens „Weltmusik“ geschaffen. Diese Mischung verschiedener Genres negierte die Widersprüche innerhalb der einzelnen Musikkulturen. Das Verschmelzen von Volksmusik, Jazz, kammermusikalischer Tradition, Rock und sogar Funk war der Hauptfaktor für Trigons Übergang zu einer eigenen musikalischen Sprache.

Anatoli Stefanet ist gelernter Geiger und stammt aus einer „Lautari“-familie (Lautari: vom türkischen Wort für Laute abgeleitet) wie andere aus einer Müller- oder Rechtsanwaltsfamilie. Noch heute schwärmen die Menschen vom Bogenstrich seines Großvaters Toader, der zu seiner Zeit der berümteste „Lautar“ Nordmoldawiens war. Er gab sein reiches Wissen an seine 4 Söhne und sieben Enkel weiter.

Über Generationen zogen die Lautaris über Land, sangen Liebes- und Trinklieder und verbreiteten die Neuigkeiten aus anderen Dörfern und Städten. Die Lautaris begleiteten also das Volk bei allen freudigen und traurigen Ereignissen des Alltags. Die Musiker waren wie 90% ihrer Landsleute Analphabeten und kannten die unnotierten Melodien nur aus dem Gedächtnis. Die diatonische Struktur der Musik ließ den Musikern viele Freiheiten, die die besten auch mittels melismatischer Verzierung und einer besonderen rhythmischen Synkopik nutzten und damit das Überlieferte zu ihrem „Original“ machten.

Es ist weniger eine Improvisation nach Art des Jazz als vielmehr eine beseelte Wiederaneignung des Überlieferten, wie sie auf dem Balkan üblich, aber mit unseren Begriffen nur schwer zu beschreiben ist. Es handelt sich eher um eine klassische Haltung wie bei Bach, der Vivaldis Themen aufgreift: Freiheit innerhalb eines festen Rahmens.

Stefanet schloss eine Musikschule und ein Konservatorium in Moldawien ab. Viele Jahre lang tourte er mit dem berühmten „Laeutari“-Orchester aus Kichinev durch die Welt. Dort entdeckte er auch die Bratsche, die in einem Taraf (traditionelles Orchester) eine besondere Rolle hat, sowohl rhythmisch als auch harmonisch, weil sie den schwachen, bzw. Off-beat unterstützt. Fasziniert vom warmen, der menschlichen Stimme ähnlichen Sound der Bratsche, nahm Stefanet das Instrument aus seinem ursprünglichen Zusammenhang der Rhythmussektion heraus und machte es zu einem totalen Soloinstrument, wie es noch keiner vor ihm getan hatte.

Stefanet verdankt seine Fertigkeit nicht zuletzt den ländlichen Hochzeiten, da es unmöglich ist, die authentische Tradition an irgendeiner Schule zu lernen.

Oleg Baltaga, der Schlagzeuger, startete seine Laufbahn als traditioneller Jazzer und Rockmusiker. Er arbeitete mit einigen Popgruppen in Moldawien zusammen und lehrte am Konservatorium. Wie Anatoli verbrachte Oleg viele lange Nächte damit, auf Landhochzeiten zu spielen.

Sergei Testimatsanu, Arrangeur und Bassist der Band, ist ein leidenschaftlicher Musiker und hat ein tiefes Verständnis für musikalische Strukturen. Einst liebte er Pastorius und Weather Report und nahm ebenso wie seine Mitstreiter an vielen Fusion-Musikprojekten in Moldawien teil.

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