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en-Core

16,00  8,00 

„Eine klasse Scheibe, voll Spielfreude und stilübergreifender Offenheit, die in jeglicher Hinsicht unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich geraten ist.“ (Fachlatt)

Art.-Nr.: 4199-2 Kategorien: , Schlüsselworte: , ,

Beschreibung

CHARLES & THE AGENCEE

Universal Dance Music für das Global Village oder anders ausgedrückt Rap, Jazz und Soulgesang als echte Stilsynthese, die keinen internationalen Vergleich scheuen muss.

Als DJ, Radiomoderator und Musiker hat sich CHARLES F. PETERSOHN mit seiner Fusion aus Jazz, Hip Hop, Afro, Latin, Soul und Funk bereits 1991 über seine Wahlheimat Wuppertal hinaus einen Namen unter Insidern gemacht. Lobende Parallelen zur Acid Jazz/Talkin‘ Loud Szene wurden damals gezogen. CHARLES‘ Musik ist geprägt von Experimentierfreude und Wagemut.

Neben den musikalischen Fähigkeiten zählt vor allem eins: ‚open mindedness‘, die Ablehnung nicht nur stilistischer Grenzen. CHARLES‘ Texte sind straight und direkt und trotzdem klischee – und schlagwortfrei. Sie kommt mit unglaublich wenig Samples aus – nicht zuletzt auch wegen seines unverwechselbaren Vocal-Stils, in dem sich intelligenter Jazz-Rap und expressive Funkyness vereinen.

Die Musikwelt ist um einen Musikstil ärmer: „C-Funk“ ist tot. Jenes eigentümliche, vom Wuppertaler DJ und Musiker CHARLES ins Leben gerufene Stilgebräu aus Soul, Jazz, Funk und HipHop wurde Ende Juni letzten Jahres während eines Konzertes vom eigenen Schöpfer mit Pauken und Trompeten verabschiedet. Mit en-CORE, so der Titel der neuen CD von Charles und seinem neuen Projekt THE AGENCEE, gibt es deshalb jetzt „something completely different“.

CHARLES lebt im Hier und Jetzt und schaut nach vorne. Ganz in seinem Sinne wollen wir also seine Biographie möglichst kurz halten: Irgendwann in den 60ern ist er in Berlin geboren, über typisch Berliner Umwege geriet er erst zum Punk, dann zu Funk, Soul und Jazz, später zu HipHop, er fing an, Gitarre zu spielen, drehte mit wachsender Begeisterung schwarze Scheiben in immer grösseren Clubs und zog Ende der 80er nach Wuppertal. Ausgerechnet in der vermeintlichen Provinz sollte er den seinerzeit hipsten Club Europas finden, die Beatbox: Gast-DJs wie Gilles Peterson, Norman Jay oder Sylvester wurden mit ihren eklektizistischen Sets zu Vorbildern für die eigene Arbeit. In verschiedenen Clubs, mit verschiedenen Bands lotete CHARLES die unerschöpfliche Bandbreite der verschiedensten Stile aus. Diese Experimente führten dann 1993 zur Debut-CD C-FUNK – mit der er einen eigenen Stil kreierte und die international erfolgreich war. Dieser Erfolg erreichte auch seine Lieblingsstadt Paris. Auf dem angesagten Sender Radio Nova wurden seine Songs rauf- und runtergespielt – und im Club Cithea wird er mittlerweile regelmässig als DJ gebucht. War diese erste CD noch eine Sammlung von Stücken, die er über mehrere Jahre mit unterschiedlichsten Besetzungen aufgenommen hatte, entstand der Zweitling ASPECTS mit einer festen Band. Deutlich jazzlastiger als das Debut, lies auch ASPECTS Kritik und Publikum aufhorchen.

Fast drei Jahre und etliche Dutzend Auftritte später erscheint nun also die dritte CD en-CORE – und auf einmal ist nichts mehr, wie es mal war: Bis auf den Percussionisten Big E. Man ist keiner der „alten“ Musiker mehr dabei, und auch die Musik selbst hat sich einer merklichen Verjüngungskur unterzogen. Landeten die beiden Vorgänger noch zuweilen in der Retro- oder Acid Jazz-Kiste, dürften die Schubladendenker der Nation diesmal ernsthafte Schwierigkeiten bekommen – ist das jetzt Future Jazz, TripHop oder Rhythm ’n‘ Bass? CHARLES will uns hier nicht aus der Klemme helfen: „Für mich ist das einfach Pop – und ein grosser Schritt nach vorne“, sagt er. Denn Pop bedeutet für ihn nicht Kommerz und Kompromiss: Für ihn bringt Pop die Dinge auf den Punkt.

Natürlich hat CHARLES die Musik mit en-CORE nicht neu erfunden – wer seine Vor- und Leitbilder sind, ist durchaus zu erkennen: Neben genialen Scharlatanen wie Kruder & Dorfmeister und LTJ Bukem oder „TripHoppern“ wie Massive Attack und Tricky gehören auch alte Helden wie Miles Davis, Sun Ra oder Dr. John dazu. en-CORE ist eine Art musikalische Zeitmaschine, die von hier und heute aus ebenso in die Vergangenheit wie in die Zukunft reist: „We hear rhythms, damn new rhythms, we’re in a time machine“ lautet denn auch einer der Schlüsselsätze auf en-CORE. Zu finden ist er auf einer Coverversion, die viele überraschen wird: „Nightclubbing“. Dieses Stück war bekanntlich schon zweimal ein Hit, doch welche Version CHARLES hier nun eigentlich covert, wird auch nach mehrmaligem Hören nicht klar: Denn mit Iggy Pops Original hat es ebenso viel oder wenig zu tun wie mit Grace Jones‘ Cover. So wie Iggy Pop die dahingerotzte Coolness der späten 70er und Grace Jones die gestylte Arroganz der 80er auf den Punkt gebracht hat, bringt CHARLES‘ „Nightclubbing“ die 90er auf den Punkt: eine Zeit, in der es für CHARLES keine „grossen“ Gesellschaftsentwürfe mehr gibt, in der Gemeinschaften sich über gemeinsame Interessen kurzfristig bilden, um dann friedlich wieder auseinanderzugehen und in der jeder zunächst einmal sein eigenes Glück sucht. Musikalisch drückt sich diese Sichtweise auf dem gesamten Album in einem hypermodernen „Anything Goes“ aus: Brasilianische Gitarren, technoide Breakbeats, atmosphärisch-düstere Sounds, sentimentale Flöten, ultracooler Sprechgesang und herzerweichende Melodien – wohl selten hat eine deutsche Produktion so unterschiedliche Elemente zu einem stimmigen Ganzen verschmolzen wie en-CORE.

Auch textlich schlägt Charles neue Seiten an: Wenn er auf den beiden Vorgängern von „Liebe“ redete, meinte er damit meist die ideelle Liebe zwischen den Menschen dieser Welt, die doch eigentlich alle Brüder und Schwestern sind. Auf en-CORE ist Liebe ganz konkret das, was zwei verliebte Menschen so alles fühlen und vor allem tun. Besonders deutlich wird das auf dem Duett mit Shiva Ree, „Love Happens (Maiden Voyage)“- einem hocherotischen musikalischem „Vorspiel“. Auch auf „Here It Is“ brodelt es gewaltig: In der Badewanne sitzend, sinniert CHARLES hier über eine offensichtlich unvergessliche Begegnung mit dem „Babybone“ seines Lieblings. Mit seinem eingängigen Refrain und seinem leichtfüssigen Groove hat „Here It Is“ Sommerhitpotential – und wurde deshalb auch als Single ausgekoppelt. Unwiderstehlich tanzbar fällt „Planet Woo“ aus – eine Rhythm’n’Bass-lastige Hommage an das gleichnamige Plattenlabel von CHARLES‘ Pariser Lieblingsclub Cithea. Special Guest auf diesem Track: Rapper Ono von Walkin‘ Large, der hier zeigt, dass er durchaus nicht nur zu HipHop rappen kann. Weitere Highlights der Platte: „Can You Feel The Subway“, eine subtile Ballade mit einfühlsamer Querflöte von Ex-Johnny-Guitar-Watson- und -Defunkt-Begleiter Charles Green, „She’z Not“, CHARLES‘ gospelnde Antwort auf John Lennons „Woman Is The Nigger Of The World“, „Elevator Nightmare“, ein Stück von wahrhaft diabolischer Harmlosigkeit, das versonnen-versponnene „The Pipeline“ und natürlich das Titelstück „en-Core“, ein kompromisslos treibender „No Nonsense“-Track aus dem garstigen Niemandsland zwischen Hysterie und Wahnsinn mit irrwitzigem Sax-Solo des Exil-Prager Grenzgängers Philipp Noha.

Mit en-CORE geht Charles ein grosses Wagnis ein – wer seine bisherigen Alben mochte, wird sicher erst einmal überrascht oder gar irritiert sein. Doch gerade solche Überraschungsmomente sind es, die Charles antreiben: „Bevor ich den Leuten genau das liefere, was sie erwarten, höre ich lieber mit der Musik auf – und schreibe ein Kochbuch.“

Charles Oscar Petersohn: Vocals, Keyboards, Bass, Drum-Programming, Wah-Wah-Gitarre

Fares Naber: Piano, Keyboards, Rhodes, Drum-Programming

Big E. Man: Drum Programming, Percussion, Keyboards

Stu Grimshaw: Bass

Philip Noha: Saxophon

Peter Friedrich Stephan: Keyboards

Ono (Walkin‘ Large): Rap

Gäste

Charles Green: Querfloete

Peter Stephan: Keyboards

Shiva Ree: Vocals, Backing Vocals

Broxette: Vocals

Markus Scheltinga: Posaune

1. Here it is 4.13
2. Nightclubbing 4.36
3. A picture of chloe 3.47
4. Encore 5.09
5. Planet woo 5.20
6. Elevator nightmare 5.18
7. Love happens … 4.31
8. Sheznot 5.07
9. Can u feel the subway? 4.41
10. The pipeline 6.54
11. Babylon is strong 4.48

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