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Shout Sister Shout

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Shout Sister Shout

„Gospel für Einsteiger … von A capella Gesang über neu arrangierte Negro Spirituals bis hin zu Traditionals und Eigenkompositionen reicht das Programm – ein idealer Einstieg für Gospel-Unkundige.“ (Stern)

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Beschreibung

„Gospel für Einsteiger … von A capella Gesang über neu arrangierte Negro Spirituals bis hin zu Traditionals und Eigenkompositionen reicht das Programm – ein idealer Einstieg für Gospel-Unkundige.“ (Stern)

In den Annalen der afro-amerikanischen Geschichte hat die Gospelmusik – so der Gattungsbegriff für die Musik der schwarzen Kirchen ob Methodisten, Baptisten oder Pfingstler – eine bedeutende Rolle gespielt. Es wird allgemein eingeräumt, daß der Ursprung des Rock’n’Roll in der Gospelkirche liegt. Die meisten der frühen Rock & Roll Stars waren entweder ehemalige Gospelsänger oder nahmen sich die Sänger des goldenen Gospelzeitalters – der Zeit von 1945 bis 1960 – zum Vorbild. Heute sind die inbrünstige Lyrik von R. H. Harris, das konzentrierte Feuerwerk einer Clara Ward, die Ekstase der hohen Töne und die aufsehenerregende Färbung der Stimme von Marion Williams Allgemeingut dank der Anstrengungen ihrer bekanntesten Jünger Sam Cooke, Aretha Franklin und Little Richard. Über die Beiträge einzelner Künstler hinaus verdankt die populäre Musik dem Gospel die Ungezwungenheit, die hingebungsvolle Improvisation und die reine Freude an dem physischen Ausdruck von Emotionen, eine weltliche Verbindung von Körper und Geist.

Das religiöse Musik für weltliche Zwecke benutzt werden kann, ist eine geschickte Umdrehung von Martin Luther Kings berühmter Bemerkung: „Warum soll der Teufel alle guten Melodien besitzen?“. Eine Gospel-Erwiderung könnte lauten: Wenn die Welt die schönsten Melodien hat, dann verfügt die Kirche über die schönsten Bewegungen, Rhythmen und Stimmen. Dies mag vielleicht so sein, weil Gospel vor allem Musik des Bekennens ist. Die archetypische Gospelphrase „How I Go Over“ schildert die übliche Situation: die Sängerin hat unglaublich gelitten („abused, confused, misused“), mißhandelt durch die Gesellschaft („doors have been closed in my face“) und durch Freunde (“ they smile in your face but cut your throat behind your back“). Trotzdem schafft sie es, kommt darüber hinweg und zwar durch einfache Willenskraft und Selbstbewußtsein, für das es keine offensichtliche Gründe gibt, so daß es geradezu wunderbar erscheint.

Es überrascht nicht, daß es die Energie aus den Gospels war, die den Marschierenden der Bürgerrechts-Revolution der 60er Jahre ihre Kraft verliehen hat und 1988 war die Kampagne von Rev. Jesse Jackson durch Gospel-Kadenzen und -Synkopen gekennzeichnet. Rev. W. Herbert Brewster sagte einmal, daß seine wichtigen Kompositionen – „Move up a little higher“, „How I got over“, „Surely god is able“ – eine doppelte Botschaft transportierten: Sie sollten die vernachlässigten Heiligen stärken, aber sie waren ebenso verblümte Aufforderungen zu politischen Aktivität. In diesem Maß haben Künstler, wie Brewster oder die Sängerin und Komponistin Dorothy Love Coates aus Alabama, das metaphorische Vorgehen der großen Spirituals mit ihren versteckten Codes und sozialen Inhalten erweitert.

Da die afro-amerikanische, religiöse Musik dreihundert Jahre alt ist, bezieht sie sich auf verschiedene Einflüsse. Viele von ihnen sind mit bestimmten Konfessionen verbunden. Methodister und Baptisten sind in einer Tradition verwurzelt, die mit dem Dichter Tsaac Watts, einem englischen Methodisten aus dem 18. Jahrhundert verbunden wird. Die eponymen Dr. Watts-Hymnen – einige von ihnen wie „Amazing grace“, wurden nicht einmal von Watts komponiert – werden normalerweise in einer langsamen melancholischen Art vorgetragen, charakterisiert durch komplizierte Koloraturen und stöhnend-klagendes Verschleifen der Noten. Hier liegt einer der wichtigsten Ursprünge der „blue tonality“, dem Glanz der afro-amerikanischen Musik. Sowohl Methodisten als auch Baptisten erfreuen sich darüber hinaus an rauheren, rhythmischeren Stücken, häufig ’shout songs‘ genannt. ‚Shouting‘ ist eine umgangssprachlicher Begriff für ‚glücklich werden‘ oder ‚dancing in the spirit‘. Die neueren Konfessionen (zu den bekanntesten gehören die HOLINESS CHURCH und die CHURCH OF GOD IN CHRIST) haben sich als die freiesten und dramatisch ausdruckvollsten herausgestellt.

In diesen verschiedenen Kirchen wird die Musik von Solisten, Chören und männlichen Quartetten vorgetragen. Es gab Zeiten, da sangen die Methodisten und Baptisten ohne Begleitung und bis in die 50er Jahre waren alle Aufnahmen männlicher Quartette a capella. Der Gebrauch von Musikinstrumenten in der SANCTIFIED CHURCH revolutionierte den Sound in den anderen Kirchen. Heute kann ein Gospelchor von einem Piano, Orgel, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Saxophon und Trompete begleitet werden; manche Chöre benutzen sogar Synthesizer, um den neuesten Entwicklungen gerecht zu werden.

Vielleicht vergleichbar mit dem Jazz, der in weniger als dreißig Jahren eine erstaunlich reiche und mannigfaltige, musikalische Entwicklung durchgemacht hat, waren die Gospels zahlreichen Veränderungen unterworfen seit den frühen Kompositionen von Brewster, Lucie Campbell und Thomas A. Dorsey. Dorsey war ein Blues-Pianist gewesen, ein Begleiter von Ma Rainey, bevor er wieder- und wiedergeboren wurde, (er war der Sohn eines Geistlichen). Er kehrte zur Kirche zurück mit einer folgerichtigen Mischung aus Gospel-Bekenntnis, Blues-Ausdruck, Jazz-Syncopation und Vaudeville-Unterhaltung. Auch wenn Dorsey’s Musik in seiner Zeit abenteuerlich neu war, präsentiert sie heute eine geheiligte Tradition. Basierend auf der Folklore, hat sie die Qualität der lebendigen Folklore angenommen, ein Museum der Gospel-Kultur. Jüngere Musiker haben zahlreiche Veränderungen durchgemacht, als Antwort auf ihre eigenen musikalischen Notwendigkeiten, als Erwiderung auf die neueren Formen der populären und – wie im Fall des klassisch geschulten Robert Mayes – der ernsten Musik. Die frühesten Gospel Harmonien der zeitgenössischen Gospels sind viel verwegener. Das Ideal scheint die Kombination aus einem Mormon Tabernacle Choir, einer Jazz Gesangsgruppe und der Gemeinde einer vom Geist erfüllten Hinterzimmerkirche an der nächsten Strassenecke zu sein. Nur wenige Künstler können eine dermaßen ambitionierte Musik zustande bringen, ohne gleichzeitig den Kern der Gospels zu opfern. Einer, der dieses neue Idiom beherrscht, ist Robert Mayes. Obwohl klassisch geschult und ein Bewunderer von Jazz-Virtuosen wie Art Tartum, ist er tief im Gospel verwurzelt. Er ist in St. Louis geboren und begann seine Karierre bei Martha Bass, einer stimmgewaltigen Altistin und ehemalige Sängerin der Clara Ward Singers. Danach arbeitete er als Begleiter von Willie Mae Ford Smith, einer Mentorin von Martha Bass.

Willie Mae Ford Smith wird häufig als die Vorkämpferin der Gospel-Solisten angesehen (ihre musikalische Kraft – Thomas A. Dorsey behauptete, daß sie Bessie Smith übertreffen konnte – verbindet Mayes mit den Giganten des frühen Blues und Jazz.)

Nach seiner Ausbildung zog Mayes von St. Louis nach Chicago. Hier fand er Anerkennung für seine ornamentale Klaviertechnik und seine volle, mehrere Oktaven umfassende Stimme (er kann seine Stimme von einem rauhen Bariton bis zu einem schwebenden Sopran erheben). Für einige Jahre begleitete er Delois Barett Campbell und die Barett Sisters; sie machten seine wohl populärste Komposition, das unwiderstehliche „I want to walk and talk with Jesus“, bekannt. In den letzten Jahren arbeitete er als ‚Minister of Music‘ in der Universal Life Church und hat ihren großen Chor zu einer Einheit geformt, die beinahe die Intimität eines Gesprächs erreichen kann, so genau achtet er auf Phrasierung und Diktion.

The META FOUR sind vier Solistinnen dieses 90-köpfigen Chores: Shirley Wahls Goodwin, Sarah Harper, Connie Kinnison und Valerie Coates. The META FOUR begleitet von Robert Mayes präsentieren eine Auswahl von Gospelstücken, die von einer Hymne „My faith looks up like thee“ und dem Spiritual „Rocka my soul“ bis zu den zeitgenössischen Gospelballaden „I don’t know why Jesus loves me“ und „I love the lord“ reicht. Das traditionelle Gospelglanzstück stammt aus Chicago: Thomas A. Dorsey’s „If we never needed the lord before“; die neuere Komposition „Sailing on the sea of your love“ erinnert an die Doo-Wop Balladen der 50er Jahre.

(Anthony Heilbut, New York / Übersetzung Petra Hanisch)

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