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Fly Fly My Sadness

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Fly Fly My Sadness

Auf der Basis von traditioneller Musik aus Bulgarien (Bulgarian Voices– Angelite), Tuva (Huun-Huur-Tu) und Russland (Moscow Art Trio) wurde ein einzigartiges Werk von hinreissender harmonischen Einheit geschaffen. Erstmalig treffen diese unterschiedlichen Kulturen, Musik- und Gesangsstile aufeinander – und finden in der Musik einen gemeinsamen Herzschlag.

Beschreibung

Auf der Basis von traditioneller Musik aus Bulgarien, Tuva und Russland wurde ein einzigartiges Werk von hinreissender harmonischen Einheit geschaffen. Erstmalig treffen diese unterschiedlichen Kulturen, Musik- und Gesangsstile aufeinander – und finden in der Musik der CD Fly Fly My Sadness einen gemeinsamen Herzschlag.

„Die Geschichte dieses Projekts hat ihr eigenes kleines, für mich ziemlich mysteriöses Vorspiel, das ich gerne teilen möchte: Vor etwa einem Jahr entwickelte ich die Vision einer Familie, deren Vater aus Tuva stammt, die Mutter war Bulgarin, die Tochter Russin und der Sohn Jude. Diese Idee wäre nichts als ein unbedeutender kleiner Einfall gewesen, wenn ich diese Familie nicht bald als musikalische Familie gesehen hätte, keine aus professionellen Musikern, sondern…

Ich kam nicht weiter. Statt dessen begann ich Material zu sammeln und zu komponieren für ein noch nicht existierndes zukünftiges Projekt. Dies waren die Zutaten des geplanten Gerichts: Der bulgarische Frauenchor war „die Mutter“, die Obertonsänger aus Tuva „der Vater“ und als „Kinder“ waren die russische Seele Sergey Starostins, meine eigene jüdische Melancholie und irgendeine Blues Sängerin vorgesehen – die Kinder der Völker dieser Welt. Glücklicherweise dachte ich damals nicht an die konkrete Umsetzung, ich spielte nur mit der Idee. Die Familie begann allerdings, ihr eigenes Leben zu führen, wenn auch nur auf Papier.

Nachdem ich eine Woche lang Kompositionen notiert hatte, wurde mit klar, dass dies alles nur ein Traum war und das Träume dazu tendieren, sich in Luft aufzulösen und zu Enttäuschungen zu führen. Ich merkte, dass ich mich damit abfinden musste. Traum und Realität schienen in meinem verbitterten Hirn ständig zu kollidieren bis eines Tages der Produzent Uli Balss von JARO aus Deutschland bei mir anrief, um völlig unerwartet vorzuschlagen, nach zwei Produktionen meines MOSCOW ART TRIO das „bulgarisch-tuvinische Projekt“ zu realisieren – von dem ich geträumt hatte und, so merkwürdig es auch scheint, nicht er.

Selbstverständlich ging ich gleich ans Werk. Manche Träume werden halt wahr. Aber wie in jeder Familie tauchten Probleme auf, bei meiner einige ganz spezifische. Während der Aufnahmen für meine Platte PRAYER (mit Mitgliedern eines russischen Chores – JARO 4193-2) hörte eine der Sängerinnen plötzlich auf zu singen und verliess unter Protest das Studio, weil in ihren Augen die Behandlung des traditionellen Materials zu radikal war. Aus dieser Erfahrung wusste ich, dass lange und schwierige emotionale Telefonate über das Konzept, das ja keinem der Beteiligten vertraut war, notwendig sein würden. Selbst als der Chor die Noten endlich vor sich hatte, wurde die Arbeit nicht unbedingt leichter. Neuartige musikalische Ideen klopften besonders laut bei den „Müttern“ an, die bekanntlich eher das Vertraute vorziehen. Die „Väter“ im fernen Tuva wiederum rauchten, tranken ihren Wodka und schüttelten ihre Köpfe in erstaunter Geduld, während ihr russischer „Sohn“, in der Tradition seines Volkes, sich nicht allzuviele Gedanken über die Zukunft machte.

Nun ein paar Worte über die Produktion selbst, über die Musik auf dieser Scheibe. Lange hatte ich den gemeinsamen Nenner meditativer Stukturen in verschiedensten folkloristischen Ausdrucksformen untersucht, beispiels- weise die russische Tradition langer bis langatmiger Lieder mit ihrer grübelnden Melancholie. Tatsächlich findet man eine ähnliche Stimmung in tuvinischen Liedern aus der Steppe, und auch die traditionellen Lieder aus den bulgarischen Rhodopen strahlen dies aus, ebenso wie viele jüdische Lieder, voll der gleichen Ruhe und Wärme. Darum gab ich dem Projekt anfangs den Arbeitstitel „Meditation“ – in dem Versuch, von jeglicher „Modernisierung“ von Folk-Themen Abstand zu nehmen und statt dessen die unterschiedlichen traditionellen Quellen in der Sicht eines Vogels im Flug zu vereinen. Wenn ich den Kern dessen, was wir versucht haben zustande zu bringen, in Worte fassen sollte, würde ich dies in einer kleinen Szene zeigen, die in meinem Gedächtnis haften geblieben ist: ich erinnere mich an ein älteres, schwarz gekleidetes Paar auf einer kleinen griechischen Insel. Sie blickten übers Meer in die Ferne, bewegungslos, und die Zeit stand still.

Mir gefiel das Ende unseres Experiments besonders. Während der Proben fingen Sängerinnen und Sänger, die sich niemals vorher gesehen hatten und die zunächst aufgrund ihrer kulturellen Unterschiede einander so fern schienen, ganz plötzlich und spontan an, sich gegenseitig die Lieder ihrer Vorväter vorzusingen, als hätten sie diese Möglichkeit erst dort in diesem Augenblick entdeckt. Jeder begann, Intonationen, Tonarten und Stimmun- gen von Liedern aufzunehmen, die aus anscheinend unendlich fernen Gegenden stammten. Als läge nur die Trennung einiger Jahrhunderte zwischen ihnen, fand die Familie langsam zusammen und lernte sich kennen. Das allein reichte mir schon, um mit dem endgültigen Produkt zufrieden zu sein.“ Mikhail Alperin

1. Fly, fly my sadness / 7.43 (Trad. arr. M. Alperin)

– Solo Angelite: Sonja Iovkova. „Die Idee für dieses Lied entstand vor einiger Zeit beim Hören der geheimnisvoll-suchenden Stimmen der Kehlkopfsänger aus der Steppe Tuvas. Ich erinnere meinen ersten Eindruck gut. Es klang wie ein typischer Blues in Moll. Ich begann ähnliche Lieder zu suchen, an die ich mich zu erinnern glaubte und stiess auf ein Lied aus den Rhodopen in Bulgarien, ein Stück mit der gleichen Stimmung und fliegenden Atmosphäre wie in dem tuvinischen Lied.

2. Legend / 7.38 (M. Alperin)

Für mich heißt dies Lied „Eastern Heavy Metal“, natürlich nur im Spass. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Gebet. Hier hört man die Obertontechnik, die in Tuva ‚Kurgura‘ genannt wird, höchst ungewöhnlich für unsere Ohren, die mich an elektronische Effekte oder an Syntheziser- klänge erinnert.

3. Wave / 7.19 (M. Alperin)

– Solo Sergey Starostin. „Dieses Stück entstand im Studio aus einer Improvisation heraus ohne geschriebene Noten. Am Anfang lachten Sänger und Sängerinnen über den Vorschlag, über nur 2-3 Töne zu improvisieren, aber auf einmal war das Lied da […]

4. Lonely Bird / 10.57 (Trad. arr. by M. Alperin)

– solo Angelite: Sonia Iovkova. „Für mich ist dieses Lied eine Huldigung an die menschliche Stimme und das menschliches Gefühl der Einsamkeit.

5. Mountain Story / 10.16 (Trad. arr. by M. Alperin)

„Dies ist eine Komposition, die auf Meditation beruht. Hier hört man die außergewöhnliche Obertontechnik, die in Tuva ‚Khöömei‘ (auch: khöömy, chöömej, khoomei, höömei) genannt wird. Dabei erzeugt die menschliche Stimme zwei Töne zur gleichen Zeit: eine tiefe Bordunstimme und eine sehr hohe, die einer Flöte gleicht. Erstaunlich.“

Die vielbejubelte Europatournee dieses multikulturellen Projektes, die in acht verschiedene Länder geführt hat und überall zu Begeisterungs- stürmen und enthusistischen Kritiken geführt hat, ist gerade im italieni- schen Rimini zu Ende gegangen. Die ersten Einladungen zu Konzerten und Festivals für den Herbst (z.B. Istanbul) und den nächsten Sommer liegen vor, so daß sich alle diejenigen freuen können, die das Weltmusikereignis in diesem Jahr versäumt haben.“ (DIE WELT, 1996)

Nicht nur von den Konzerten, sondern auch von der CD sind die Kritiker begeistert: „Fassungslosigkeit greift Platz„, schreibt der WESERKURIER über das enzigartige Projekt, das, „mit seinen Stimmen Vibrationen [erzeugt], die den Zuhörer bis ins tiefe Mark treffen.

Manfred Sack von der ZEIT beschreibt die Stücke auf der CD als „[…]alle- samt von einer geheimnisvollen meditativen, langmütigen, grüblerischen Art. …Es ist die Fremdheit, die einen in diese Musik und ihre eigenartige Schönheit zieht, es ist die Fremdheit der Stimmen, der Klänge, der musikalischen Botschaft. Man versteht kein Wort, aber man hört, man stutzt – und ist, staunend, so fasziniert, daß man gar nicht anders kann, als diese Platte zu Ende zu hören.

The Bulgarian Voices ANGELITE choir

Nikolai Merdjanow – Dirigent

HUUN-HUUR-TU

Kaigal-ool Khovalyg Vocals, Igil, Chanzy

Anatoly Kuular Vocals, Byzaanchi, Igil

Sayan Bapa Vocals, Igil

MOSCOW ART TRIO

Sergey Starostin Vocals

Mikhail Alperin Melodica

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